Berlin Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Zukunft

Von sid | 02.06.2009, 06:59 Uhr

In der 58.

Minute lagen die Vergangenheit und die Zukunft von Werder Bremen nah beieinander. Regisseur Diego spielte einen gänzenden Pass über 15 Meter in den Lauf seines designierten Nachfolgers Mesut Özil und der Jung-Nationalspieler wuchtete den Ball an Bayer Leverkusens Schlussmann Rene Adler vorbei zum 1:0 ins Tor. Für den 20-Jährigen war die Gegenwart zu einem Moment für die Ewigkeit geworden. Er hatte des DFB-Pokal-Finale entschieden und all seine Kritiker lügen gestraft. "Ich bin sehr stolz darauf, dass mir das Siegtor gelungen ist. Aber es war auch eine tolle Vorlage von Diego. Ich glaube, dass ich in seine Fußstapfen hineinwachsen kann", sagte der überglückliche Özil, der nach der 1:2-Niederlage im Uefa-Cup-Endspiel gegen Schachtjor Donezk zehn Tage zuvor noch von vielen Beobachtern arg gescholten worden war. Ohne den damals gelbgesperrten Diego schien der hochtalentierte Techniker im Kreativzentrum überfordert. An der Seite des Brasilianers konnte Özil nun wieder glänzen. Ein letztes Mal. Zur kommenden Saison ist Diego weg. Nach drei Jahren zieht es den "kleinen König" von der Weser für 24,5 Millionen Euro zu Italiens Rekordmeister Juventus Turin. Zum Abschied gab es den DFB-Pokal und jede Menge Emotionen. "Diego-o-o-o-o" schallte es zu den Klängen der White Stripes bereits vor dem Anpfiff des Finales immer wieder durch das Berliner Olympiastadion. Der Gefeierte verbeugte sich vor den Fans. "Ich kann mich für die drei wunderbaren Jahre nur bedanken und werde Werder Bremen immer in meinem Herzen tragen. Ich hatte hier die besten Momente meines Lebens", sagte Diego beim Bankett drei Stunden nach dem Abpfiff des Spiels und dem Ende seiner Werder-Karriere.

Trainer Thomas Schaaf verteilte noch einmal Streicheleinheiten für seinen Startspieler: "Wir konnten durch Diegos Leistungen immer wieder auf uns aufmerksam machen. Er steht für das Außergewöhnliche. Jetzt bietet sich aber die Möglichkeit für jemand anderes, ins Rampenlicht zu rücken."

Özil steht bereit. Das weiß auch Schaaf. "Mesut ist ein großartiger Spieler. Er hat eine tolle Entwicklung gemacht und das im Finale eindrucksvoll bewiesen. Er hat noch einiges vor sich."