Hohenstein-Ernstthal Katerstimmung statt Partylaune

Von dpa | 20.07.2009, 05:59 Uhr

Der Traum vom ersten Heimsieg in der Motorrad-Weltmeisterschaft seit 1996 platzte gestern wie eine Seifenblase.

Als WM-Spitzenreiter Julian Simon aus Spanien jubelnd den Zielstrich passierte, hatten sich die deutschen Hoffnungsträger Stefan Bradl (Zahling) und Jonas Folger (Schwindegg) nach Stürzen bereits ihrer Leder-Kombis entledigt. Nur Sandro Cortese (Berkheim) kämpfte als "letzter Mohikaner" um ein einigermaßen ordentliches Ergebnis und wurde belohnt: Als Sechster rettete der Derbi-Pilot das Ansehen der deutschen Asse, die die 215 000 Zuschauer, davon am Renntag 98 000, auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal im 125-Kubikzentimeter-Rennen diesmal nicht in Jubelstimmung versetzen konnten.

Dennoch erlebten sie großen Sport und feierten besonders Valentino Rossi, der das Rennen der "Königsklasse" MotoGP vor Jorge Lorenzo und Daniel Pedrosa (beide Spanien) gewann. Es war der 101. Sieg des Italieners in seiner Grand-Prix-Karriere und der 159. Podestplatz. Damit zog er mit seinem legendären Landsmann Giacomo Agostini gleich und baute auch seine Führung im Gesamtklassement weiter aus. In der Viertelliter-Kategorie, die wie die MotoGP ohne deutsche Beteiligung über die Bühne ging, siegte Titelverteidiger Marco Simoncelli (Italien/ Gilera) vor den spanischen Aprilia-Piloten Alex Debon und Alvaro Bautista. Der Japaner Hiroshi Aopyama verteidigte als Vierter die Führung im Gesamtklassement.

"Es war ein gutes Rennen nach dem durchwachsenen Wochenende", sagte Cortese, der von Startplatz 15 losgefahren war. Nachdem beim Qualifikationstraining am Sonnabend heftiger Regen für eine schlechte Ausgangsposition gesorgt hatte, lief es auch bei besseren äußeren Verhältnissen nicht sonderlich gut für den Italo-Schwaben. Dennoch meinte er anschließend: "Irgendwie bin ich jetzt schon happy, bester Deutscher zu sein. Ein Podestplatz wäre mir aber lieber gewesen."