Sportticker Finks schwerer Weg nach oben

Von Jürgen muhl | 24.01.2012, 03:59 Uhr

Die Aussage hätte auch von einem Übungsleiter in der Schleswig-Holstein-Liga, auf deren Sportplätze sich kaum mehr als 100 Zuschauer verlieren, stammen können.

"Lieber einmal 1:5 verlieren als fünf Mal in Folge 0:1." Gesagt aber hatte es Thorsten Fink, der hoch eingeschätzte Bundesliga-Coach des Hamburger SV. Ohne für diese Floskel fünf Euro ins Phrasenschwein stecken zu müssen. Jener Fußballlehrer also, den Franz Beckenbauer gern als Nachfolger von Jupp Heynckes zum FC Bayern holen möchte. Als Fink in der Woche vor dem Rückrundenstart mit der kaiserlichen Wunschphilosophie konfrontiert wurde, schlug er sich derart auf die Seite der Hamburger, als stehe er mit dem HSV bereits kurz vor dem Gewinn der Champions League. Die Qualität der Mannschaft sei gut genug für höhere Ziele, ließ Fink wissen. Und wer mehr hören wollte, erhielt freundlich interpretierte Zugaben. Nach der peinlichen Klatsche gegen den BVB aber präsentierte sich der Cheftrainer genervt und gereizt. Die erste Niederlage in acht Bundesligapartien hat tiefe Spuren beim großen Hoffnungsträger hinterlassen. War doch bisher kein Spitzenteam dabei, gegen das der HSV unter der Regie von Fink antreten musste. Gegen Bayern, Dortmund, Bremen, Mönchengladbach und Schalke durfte noch Vorgänger Michael Oenning in der Hinrunde verlieren. Jetzt weiß auch Fink, was seinem HSV noch fehlt, um am oberen Tabellendrittel anzuklopfen. Eine ganze Menge.