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Segeln : America's Cup: David fordert Goliath zum Duell

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Der Showdown um den America's Cup soll den Imageschaden im Kampf um die wichtigste Trophäe des internationalen Segelsports wiedergutmachen. Zu wenige Teilnehmer, zu gefährliche Boote, ein Trainingsunfall, bei dem der britische Olympiasieger Andrew Simpson starb.

Eine Herausfordererrunde, die langweilig war wie nie zuvor, weil das Team New Zealand keine ernstzunehmenden Gegner hatte. Und zuletzt ein Betrugsskandal um den Titelverteidiger Oracle Team USA. Das alles soll von Samstag an in den Hintergrund treten. «Wenn die Funken im September-Showdown sprühen, dann wird vieles verziehen. Es gibt viel zu verzeihen», betonte der britische Cup-Experte Stuart Alexander. Doch es wird auch ein David-gegen-Goliath-Duell um den 34. America's Cup: Der zweimalige Cup-Sieger aus Neuseeland mit Skipper Dean Barker fordert das US-Team USA mit Skipper James Spithill in einer sogenannten «Best-of-17»-Serie heraus.

Wer zuerst neun Siege verbucht, gewinnt die berühmte «Kanne». So war es geplant - bis die Cup-Jury die Amerikaner in dieser Woche wegen einer unerlaubten Bootsmanipulation mit Einzelsperren, einer 250 000-US-Dollar-Geldbuße und zwei Minuspunkten bestrafte. Das bedeutet: Der US-Segelrennstall von Larry Ellison muss elfmal punkten, um den Titel erfolgreich zu verteidigen.

Historisch betrachtet sind die Amerikaner im Vorteil: Sie gewannen das Objekt der Begierde 1851 erstmals, prägten den nach der Siegerin «America» benannten Preis, verteidigten ihn in 25 Duellen über 132 Jahre ununterbrochen, bevor sie ihn 1983 erstmals an Australien und 1995 an Neuseeland verloren. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend gewann das Schweizer Team Alinghi die Silberkanne zweimal, bevor Ellisons Elitetruppen erst die langjährige Gerichtsschlacht und 2010 das ungleiche Exklusiv-Duell gegen die Eidgenossen auf dem Wasser gewannen.

Mit den Amerikanern und den Neuseeländern prallen Welten aufeinander. Dem US-Goliath steht ein etwa zwei- bis dreimal so großes Budget wie den Neuseeländern mit rund 60 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Drittel davon investierte die neuseeländische Regierung. Oracle-Team-Geschäftsführer Russell Coutts dirigiert 202 Teammitglieder. Neuseelands Teammanager Grant Dalton stehen 132 Mitarbeiter zur Seite.

«Wir sind die Außenseiter», ließ deshalb «Jimmy» Spithill wissen und stellte damit die bisherigen Prognosen auf den Kopf. Team New Zealands Skipper Barker antwortete gelassen: «Wir wissen nicht, wer schneller ist. Und sie auch nicht.» Gesegelt wird auf futuristischen 22 Meter langen Katamaran-Geschossen namens AC 72.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 13:09 Uhr

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