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Neues Trikot der Nationalmannschaft : Warum wir mit der schwarzen Hose den vierten EM-Titel holen

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Trikots sind für den Erfolg nicht maßgeblich verantwortlich. Vielmehr sind die Hosen entscheidend für den Titel – vielleicht.

Die EM 2016 steht vor der Tür und stangesgemäß wurde am Montagabend das neue Trikot der Nationalmannschaft vorgestellt. Weiße Hemden, schwarze Hosen: Bei der kommenden Europameisterschaft wird der Weltmeister aus Deutschland ganz klassisch auflaufen. Es erinnert an Fritz Walter und die Weltmeister von 1954. Neu ist der „Erfolgscode“, eine Balkengrafik, die die vier WM-Titel und drei EM-Titel symbolisieren. Auf den Ärmeln finden sich die Jahreszahlen der Triumphe eingearbeitet. Ein Detail ist jedoch anders, die Hose. Über die Jahre haben sich nicht nur die Trikots immer wieder verändert, sondern auch die Hosen. Mal eng, mal zu weit, mal zu hoch. Eine Zeitreise durch die Evolution der Fußballhose und die Frage: Hat die Hose Auswirkungen auf den Erfolg?

WM 1954 in der Schweiz, die Hose ist schwarz, weit ausgestellt und endet knapp zehn Zentimeter über dem Knie. Mit der schwarzen Stoffhose werden die Mannen von Sepp Herberger am Ende Weltmeister und das „Wunder von Bern“ geht in die Geschichte ein.

Die deutsche Elf bei der WM 1954.

Die deutsche Elf bei der WM 1954.

Foto: Imago/Kicker

WM 1962 in Chile: Die Hosen werden bereits kürzer, sind aufgeplustert und bieten viel Beinfreiheit. Doch die Innovation hilft nicht. Deutschland verliert im Viertelfinale mit 1:0 gegen Jugoslawien.

Das Mannschaftsfoto der Nationalmannschaft in Santiago de Chile.

Das Mannschaftsfoto der Nationalmannschaft in Santiago de Chile.

Foto: Imago/Horstmüller

„Uns Uwe“ bei der WM 1966 in England. Die Hose blieb unverändert, der Erfolg auch. Zwar kam die Mannschaft ins Finale der WM in England, musste sich dem Gastgeber allerdings geschlagen geben. 4:2 besiegte das Königreich die Deutsche Elf.

Wembley-Tor und Uwe Seeler: Die WM in England hatte in Sachen „Hose“ allerdings nichts Neues zu bieten.

Wembley-Tor und Uwe Seeler: Die WM in England hatte in Sachen „Hose“ allerdings nichts Neues zu bieten.

Foto: Imago/Sven Simon

Bei der Europameisterschaft in Belgien im Jahr 1972 klappt es dann auch mit der schwarzen kurzen Hose. Die Nationalelf schlägt durch zwei Tore von Gerd Müller und einem Treffer von Herbert Wimmer die Sowjetunion mit 3:0 und wird erstmals Europameister.

Franz Beckenbauer und Paul Breitner feiern das 1:0 durch Gerd Müller.

Franz Beckenbauer und Paul Breitner feiern das 1:0 durch Gerd Müller.

Foto: Imago/Colorsport
 

WM 1974 in Deutschland: Die Hose erhält erstmals eine Nummer. Hier Gerd Müller mit der 13. Das Modell aus synthetischen Stoff bekommt einen leichten Schlitz am Bein. Die Hose wird – gefühlt – nochmals ein Stück kürzer. Die Beinfreiheit sorgt auch für ein befreites Aufspielen. Deutschland wird nach einem 2:1 im Finale gegen die Niederlande Weltmeister.

Gerd Müller feiert das 2:1 gegen die Niederlande und später den 2. WM-Titel.

Gerd Müller feiert das 2:1 gegen die Niederlande und später den 2. WM-Titel.

Foto: Imago/Colorfoto

EM 1980 in Italien: Die kurze Hose bedeutet noch immer Erfolg für die Nationalelf. Im Finale wird Belgien mit 2:1 besiegt. Der zweite EM-Titel ist in Sack und Tüten.

Die Nationalmannschaft bei der EM in Italien.

Die Nationalmannschaft bei der EM in Italien.

Foto: Imago/Pressefoto-Baumann
 

Felix Magath am Ball bei der WM 1986 in Mexiko. Die Nummer auf der Hose hat die Seiten gewechselt. Insgesamt glänzt sie etwas mehr als die Hosen vergangener Weltmeisterschaften. Auffällig ist das große Adidas-Logo. Wieder erreicht die Nationalmannschaft das Finale. Dort muss sich die Truppe um Magath jedoch den Argentiniern mit 3:2 geschlagen geben.

Felix Magath.

Felix Magath.

Foto: Imago/Norbert Schmidt

Neues bei der WM 1990: Die Nationalmannschaft spielt erstmals in weißen Hosen mit schwarzen Nummern. In Italien scheint der neue Look jedenfalls anzukommen. Deutschland zieht ins Finale ein und gewinnt durch einen verwandelten Foulelfmeter von Andi Brehme in der 85. Minute am Ende mit 1:0. Deutschland holt den dritten WM-Titel.

Karlheinz Riedle behauptet den Ball gegen Des Walker aus England.

Karlheinz Riedle behauptet den Ball gegen Des Walker aus England.

Foto: Imago/Kicker/Liedel

Drei weiße Streifen auf der Seite, kein Schlitz mehr und insgesamt wieder etwas länger: Das ist die Europameisterhose der EM 1996 in England. Nachdem sich die Nationalmannschaft bei der EM 1992 Dänemark im Finale geschlagen geben musste und 1994 bei der WM in den USA bereits im Viertelfinale Schluss war, sorgte Oliver Bierhoff im Finale gegen Tschechien mit seinem Golden Goal zum 2:1 für den dritten Titel.

EM 1996: Andreas Köpke, Fredi Bobic, Steffen Freund und Andreas Möller verlassen den Platz.

EM 1996: Andreas Köpke, Fredi Bobic, Steffen Freund und Andreas Möller verlassen den Platz.

Foto: Imago/Werek

Wenig Veränderungen in den Folgejahren. Spielte die Nationalelf zwischendurch mal wieder in weißen Hosen, gab es zur WM 2006, wie auch schon bei der EM 2004 ein paar mehr Details. Neben den weißen Streifen und Herstellerlogo, prangte das Logo der Nationalelf mit den drei WM-Sternen auf der Hose. Hinzu kam eine angedeutete Deutschlandflagge an der Seite. Das Sommermärchen wurde im Halbfinale durch Italien beendet. Deutschland wurde WM-Dritter. Doch der Erfolg kommt zurück.

Sebastian Schweinsteiger am Ball.

Sebastian Schweinsteiger am Ball.

Foto: Imago/HJS

Die lange Hose begleitet die Nationalelf durch die EM 2008, die WM 2010 und die EM 2012. Alle Turniere werden überdurchschnittlich gut beendet, erst im Sommer 2014 darf die Nationalelf dann wieder einen Titel bejubeln. Nach einem furiosen Turnier ist es die weiße Hose, die, wie schon 1990, unsere Jungs zu Helden macht. Mario Götze erzielt das erlösende 1:0 im Finale gegen Argentinien.

Die deutsche Elf feiert den Finalerfolg gegen Argentinien.

Die deutsche Elf feiert den Finalerfolg gegen Argentinien.

Foto: Imago/Aflosport

Zwei WM-Titel wurden in weißen Hosen erspielt, zwei in schwarzen. Zwei in kurzen und zwei in langen Hosen. Ein Zufall? Alle drei EM-Titel wurden in schwarzen Hosen erspielt. Davon zwei Mal in kurzen und einmal in langen Hosen. Bei der kommenden Europameisterschaft in Frankreich vertraut die Elf wieder auf die lange schwarze Hose. Vielleicht etwas weit hergeholt, aber klingt nach dem vierten EM-Titel, oder?

Das EM-Trikot 2016 präsentieren Emre Can, Lukas Podolski und Jonas Hector (v.li.).

Das EM-Trikot 2016 präsentieren Emre Can, Lukas Podolski und Jonas Hector (v.li.).

Foto: dpa
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erstellt am 10.Nov.2015 | 13:30 Uhr

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