Eishockey-WM : Viertelfinale in weiter Ferne – DEB hofft auf USA-Coup

<p>Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft läuft es bei der WM in Dänemark noch nicht, wie gewünscht. Foto: imago/Bildbyran</p>

Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft läuft es bei der WM in Dänemark noch nicht, wie gewünscht. Foto: imago/Bildbyran

Nach dem 4:5 gegen Norwegen wird es mit einer Viertelfinal-Teilnahme für das stark verjüngte deutsche Team nun schwer.

shz.de von
07. Mai 2018, 13:16 Uhr

Herning | So schnell kann es gehen – nach nur zwei Spielen bei der Weltmeisterschaft in Dänemark ist die große Euphorie rund um das deutsche Eishockey-Team der Ernüchterung gewichen. Das DEB-Team steht bereits vor der heutigen Partie gegen die USA (16.15 Uhr/Sport1) mächtig unter Druck und schon kurz vor dem Aus.

Nach der zweiten Pleite im Penaltyschießen im zweiten WM-Spiel sprach Bundestrainer Marco Sturm Tacheles: „Über das Viertelfinale brauchen wir momentan nicht reden. Jeder Einzelne hat nicht die Leistung gezeigt.“ Der Bundestrainer war bedient und schon hinterher: „Es ist in letzter Zeit vieles zusammen gekommen. Es war auch nicht alles so geplant, wie wir aufgestellt sind.“ Der Bundestrainer deutete an, dass er auch nicht mit allen Absagen, Rücktritten und Verletzungen gerechnet hatte. Alleine auf 15 Silbermedaillen-Gewinner muss er in Dänemark verzichten. 

Auch mit dem NHL-Trio Leon Draisaitl, Dennis Seidenberg und Korbinian Holzer ist die deutsche Mannschaft schwächer aufgestellt als bei den anderen Turnieren unter Sturm. Zweimal hatte der Coach das deutsche Team bei Weltmeisterschaften nacheinander ins Viertelfinale geführt. Der Aufschwung unter ihm gipfelte vor zehn Wochen in Olympia-Silber. Diesmal hat er in einem Umbruch eine junge Truppe beisammen, der es an Erfahrung auf internationalem WM-Niveau fehlt. Experte Sascha Bandermann erklärte in einem exklusiv Interview, dass man diesem veränderten deutschen Team keinen allzu großen Druck machen solle.

Ausgerechnet nach dem schwachen Start muss nun ein Sieg gegen die favorisierten US-Amerikaner her. Team USA ist überraschend stark ins Turnier gestartet und besiegte sogar Top-Favorit Kanada (5:4 n.P,) und ließ auch Gastgeber Dänemark (0:4) keine Chance. Die weiße Fahne wollen die deutschen Kufencracks allerdings noch nicht hissen. „Wir können jeden Gegner schlagen“, behauptete Silbergewinner Yannic Seidenberg. Verteidiger-Kollege Moritz Müller, ebenfalls im Olympia-Kader, meinte: „Es kann noch in jede Richtung gehen. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dass wir jetzt mal mit als Underdog mit einer neuen Rolle ins Spiel gehen.“

Nach dem Duell mit der USA hat das DEB-Team nach drei Spielen in drei Tagen erst einmal einen Ruhetag. Am Mittwoch geht es dann gegen den Außenseiter aus Südkorea. Außerdem trifft Deutschland in der Vorrunde noch auf Lettland, Finnland und Kanada. In den beiden Achtergruppen qualifizieren sich jeweils die ersten vier Mannschaften für das Viertelfinale. 

mit dpa

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