„England war meine Rettung“ : Tottenham-Profi Danny Rose spricht offen über seine Depression

Englands Danny Rose hat über seine Depression gesprochen. Foto: imago/Colorsport
Englands Danny Rose hat über seine Depression gesprochen. Foto: imago/Colorsport

Im Vorfeld der WM hat Profi Danny Rose seine Erkrankung öffentlich gemacht. Dabei gibt er Einblicke in sein Seelenleben.

shz.de von
07. Juni 2018, 14:38 Uhr

London | Erstaunlich offen hat der englische Nationalspieler Danny Rose in einem Interview über seine Depression gesprochen. Diese haben sein Leben im vergangenen Jahr vor große Probleme gestellt.

„Es ist kein Geheimnis, dass ich eine schwere Zeit bei Tottenham durchgemacht habe“, sagte Rose im Trainingslager der Nationalmannschaft. Deswegen sei er zu einem Psychologen gegangen, der Depressionen diagnostiziert hätte. 

Knieverletzung ausschlaggebend

Ausgelöst wurden die Probleme durch eine langwierige Knieverletzung vom Januar 2017, die zunächst konservativ behandelt wurde. „Ich weiß nicht, wie viele Tabletten ich genommen habe und wie viele Spritzen ich bekommen habe, um wieder fit für Tottenham zu werden“, erinnerte sich der Verteidiger. Doch es trat keine Besserung ein – schließlich musste er doch operiert werden.

In dieser Zeit hätte er Veränderung in seiner Stimmung festgestellt: „Ich wurde sehr leicht sehr wütend. Ich wollte nicht zum Fußball gehen, ich wollte meine Reha nicht machen. Wenn meine Freunde etwas mit mir unternehmen wollten, wollte ich nicht ausgehen. Zuhause angekommen, ging ich sofort ins Bett“, berichtete Rose. 

Doch die Verletzung war nicht das Einzige, was den 27-Jährigen in dieser Zeit stark belastete: „Außerhalb des Spielfelds gab es andere Vorfälle – im August wurde meine Mutter zu Hause in Doncaster rassistisch beleidigt. Sie war sehr wütend und verärgert darüber, und dann kam jemand ins Haus und schoss fast meinen Bruder ins Gesicht.“ Außerdem beging sein Onkel Selbstmord. Das alles sei während seiner Reha passiert, es sei eine harte Zeit gewesen.

Medikamente gehören der Vergangenheit an

Schließlich wurde er therapeutisch und medikamentös behandelt. Einzig sein Berater wusste darüber Bescheid. Seinen Eltern hatte er in all der Zeit nichts von seiner Erkrankung erzählt: „Sie werden wahrscheinlich sauer sein, wenn sie das hier lesen“, meinte Rose, „aber ich habe es bis jetzt für mich behalten.“ Mittlerweile gehören die Medikamente der Vergangenheit an: „Mir geht es wieder gut und ich freue mich zu sehen, wie weit wir es in Russland bringen können.“ 

„England war meine Rettung“, beschreibt Rose seine Verbundenheit zur Nationalelf. Er könne dem Trainer sowie dem medizinischen Personal nicht genug danken. „Ich habe Glück, dass England mir die Möglichkeit gegeben hat, wegzukommen und meine Gedanken aufzufrischen.“ Der Verteidiger wurde von Coach Gareth Southgate für den WM-Kader nominiert, obwohl er lediglich 17 Pflichtspiele für Tottenham in der vergangenen Saison absolvierte. „Ich denke, es ist nicht falsch, wenn man sagt, dass ich der glücklichste Spieler im Kader bin“, resümierte Rose.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen