Sportpolitik : WADA ermittelt: Problem bei Doping-Testlabor in Moskau

Arne Ljungqvist ist Chefmediziner des Internationalen Olympischen Komitees.
Arne Ljungqvist ist Chefmediziner des Internationalen Olympischen Komitees.

Knapp drei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ein Problem bei Russlands Doping-Testlabor festgestellt.

shz.de von
14. November 2013, 19:02 Uhr

Die WADA untersuche die «Angelegenheit», zitierte die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag WADA-Chef John Fahey. Details nannte er zunächst nicht. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei über die Ermittlungen informiert und erwarte die Ergebnisse in den kommenden Tagen, sagte IOC-Chefmediziner Arne Ljungqvist.

Im Visier der WADA ist das Labor in Moskau, das für die Dopingtests bei der Leichtathletik-WM im August zuständig war. Im kommenden Februar soll die Einrichtung die Dopingproben der Athleten in Sotschi analysieren. Die Ermittlungen der WADA in Moskau wurden am Rand der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg bekannt. Sollten sich die Probleme in Moskau als gravierend erweisen, könnte das Labor seine Zulassung verlieren.

Am Vortag hatte IOC-Präsident Thomas Bach eine Rekordzahl von Dopingkontrollen für die Spiele in Sotschi angekündigt. Vor Olympia-Beginn sollen insgesamt 1269 Proben von den Athleten genommen werden - 57 Prozent mehr als bei den Spielen 2010 in Vancouver. Während der Sotschi-Spiele sollen 2453 Dopingkontrollen durchgeführt werden, erklärte Bach. Vor vier Jahren waren es noch 2149 Proben.

Ungeachtet möglicher Konsequenzen für das Moskauer Labor werde es ein effektives Anti-Doping-Programm für die Spiele in Sotschi geben, versicherte WADA-Chef Fahey. Zuletzt hatte das Dopinglabor in Rio de Janeiro wegen wiederholter Fehler seine WADA-Akkreditierung verloren. Die Dopingproben von der Fußball-WM in Brasilien werden daher im Schweizer Labor in Lausanne analysiert.

Homepage Welt-Anti-Doping-Konferenz

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