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12. Dezember 2017 | 11:36 Uhr

VfR erlebt Albtraum in der letzten Minute

vom

Starke Neumünsteraner scheitern in der ersten DFB-Pokal-Runde mit 2:3 nach Verlängerung an Hertha BSC

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | "Bitter, bitter, bitter." Michél Harrer, der VfR-Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, schüttelte noch Minuten nach dem Abpfiff den Kopf. Und in der Tat - unglücklicher als Fußball-Regionalligist VfR Neumünster gestern gegen Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC ist wohl selten eine Amateurmannschaft auf der bundesweiten Bühne K.o. gegangen. 2:3 hieß es nach 120 Minuten, in denen der VfR vor 5446 Zuschauern rund 80 Minuten mindestens auf Augenhöhe agiert hatte.

Die letzte Minute der Verlängerung war fast schon angebrochen, als Finn Thomas den aus dem Strafraum he rauslaufenden Änis Ben-Hatira rempelte und ihm in die Hacken lief. Der Herthaner nahm das natürlich dankbar an - der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Benjamin Cortus war berechtigt, auch wenn einige aufgebrachte Fans dem Referee später an die Wäsche wollten. Zu allem Unglück war VfR-Torhüter Marcus Hesse bei Sami Allaguis Elfmeter auch noch mit den Händen am Ball, konnte den 2:3-Endstand aber nicht verhindern.

Zuvor hatte der Außenseiter ein beherztes Spiel abgeliefert. Die frühe Führung durch einen haltbaren Freistoß von Harrer (5.) hatte der Favorit noch weggesteckt. Zwei der wenigen schnell und zielstrebig durchgespielten Angriffe hatte jeweils Ben-Hatira auf Vorlage von Allagui zu Treffern genutzt (16., 30.). Hertha ging mit einer 2:1-Führung in die Pause, stellte danach jedoch das Spielen ein. Der VfR machte Dampf, erarbeitete sich 9:3 Ecken und erzielte verdient den Ausgleich. Christopher Kramer traf mit einem platzierten Kopfball, als der Herthaner Marcel Ndjeng eine Thomas-Flanke unbedrängt in die Mitte abgewehrt hatte (58.). Erst in den letzten Minuten der regulären Spielzeit erarbeitete sich Hertha wieder Vorteile und zwei Chancen durch ihren besten Mann, Allagui.

Erste Schlüsselszene der Partie war dann ein dummes Foul des bereits verwarnten Kramer, der den davoneilenden Ndjeng am Trikot hielt. Gelb-Rot war die berechtigte Folge. In Unterzahl kämpften die Lila-Weißen in der folgenden Verlängerung wie die Löwen, hatten nur bei einem Pfostentreffer von Allagui (93.) etwas Glück. "Die Jungs haben die Kräfte irgendwo hergenommen, ich weiß auch nicht", staunte Unglücksrabe Kramer ob der leidenschaftlichen Leistung seiner zehn Kameraden, die um ein Haar ein Elfmeterschießen erzwungen hätten. Wenn da nicht die letzte Szene der Partie gewesen wäre . . .

"Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben ein Klassespiel geliefert und scheiden jetzt so aus. Mann, ist das bitter", stammelte VfR-Linksverteidiger Patrick Nagel. "Leider, leider, leider haben sich meine Jungs für eine tolle Leistung nicht belohnt", ärgerte sich VfR-Trainer Ervin Lamce. Mittelfeldspieler Kevin Schulz, einer der Besten beim VfR, pflichtete ihm bei, bezeichnete den dramatischen Ausgang als "Albtraum" und bekannte: "Dann hätte ich lieber 0:3 verloren."

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