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Vettel und Red Bull setzen Pirelli unter Druck

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erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Barcelona | Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel zürnt, und Red Bull macht mächtig Druck. Nach dem vierten Platz des Heppenheimers beim Großen Preis von Spanien ist das Thema Reifen endgültig zum Politikum geworden. Einen "Griff ins Klo" hatte der dreimalige Champion den neuen harten Reifen genannt und damit eine Lawine losgetreten. "Das hat nichts mehr mit Rennsport zu tun, das wurde ein Wettbewerb im Reifenmanagement. Autorennsport sieht anders aus", sagte der mächtige Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz: "Wir können unter diesen Umständen das Potenzial unseres Autos und unserer Fahrer nicht mehr nutzen."

Zuvor hatte bereits Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko direkt nach dem Rennen angekündigt, den Druck auf Pirelli erhöhen zu müssen, und auch Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda meckerte, dass "es nicht sein kann, dass das schnellste Auto nicht gewinnt". Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff stellte fest: "Wir haben ein schnelles Auto, aber es beansprucht die Reifen zu stark."

Weil auch Mercedes trotz der Doppel-Pole von Nico Rosberg und Lewis Hamilton weiter keine Lösung findet, die sensiblen Gummis über die Renndistanz zu bringen, und selbst Ferrari nach dem Sieg von Fernando Alonso die vielen Boxenstopps kritisierte, fallen die Alpha-Tiere der Königsklasse geschlossen über Hersteller Pirelli her.

Pirellis Motorsportdirektor Paul Hembery räumte nach der Wechselorgie mit insgesamt 82 Stopps selbst etwas kleinlaut ein: "Vier sind zu viel." Der Reifenlieferant habe sich zwei bis drei Halts pro Auto für jeden Grand Prix zum Ziel gesetzt. Der Brite kündigte Veränderungen für Silverstone Ende Juni an, betonte aber gleichzeitig: "Wir verstehen nicht, warum ihr alle so aufgeregt seid. Es sei denn, ihr wollt, dass wir Red Bull die Reifen geben, um den Titel zu gewinnen." Genau dort liegt die Krux der Geschichte. Schließlich gibt es Teams, die auch mit den 2013er Reifen höchst erfolgreich arbeiten - wie etwa Lotus. Aber: Mit Rennen wie in Barcelona vergrault die Königsklasse auch ihre Fans. Mehr als 80 Boxenstopps lassen niemanden mehr durchblicken.

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