Umstrittene Reiterin stirbt nach Pferde-Tritt

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24. Juli 2015, 09:55 Uhr

Die frühere Dressurreiterin Christine Wels (Foto) ist im Alter von 67 Jahren an den Folgen schwerer Kopfverletzungen gestorben. Eine Stute hatte die umstrittene Trainerin, die mehrmals wegen Tierquälerei verurteilt worden war, auf einem Reiterhof in Meckenheim bei Bonn getreten. Nach Informationen mehrerer Medien war das Unglück bereits am 14. Juli passiert. Drei Tage später sei Wels verstorben. Ihr größter sportlicher Erfolg war Platz neun beim Weltcupfinale 1992 in Göteborg. Nach ihrer Karriere trainierte sie Pferde, die auch bei Olympischen Spielen antraten.

Wels war 2008 vom Landgericht Kiel zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, nachdem sie gestanden hatte, in zehn Fällen Pferde beim Zureiten brutal gequält zu haben. Zudem wurde ein dreijähriges Tierhaltungsverbot gegen sie ausgesprochen und ihr der berufsmäßige Umgang mit Pferden verboten. Unter anderem soll sich die gebürtige Rostockerin mit den Worten verteidigt haben: „Natürlich habe ich eine strenge Hand, aber manche selbstbewussten Pferde brauchen das, damit sie den Reiter als Alphatier akzeptieren. Wer das Tierquälerei nennt, der versteht nichts von Hochleistungssport.“ Zuvor war sie nach ähnlichen Vorfällen bereits im Jahr 2007 vom Amtsgericht Plön in Schleswig-Holstein zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Einem Bericht des Reitermagazins „St. Georg“ zufolge hatte Wels ihre Aktivitäten nach der Verurteilung zunächst nach Dänemark und später ins Rheinland verlagert, war aber weiterhin in verschiedenen Ställen negativ aufgefallen.

Die genauen Umstände des Unglücks sind noch nicht geklärt, die Polizei ermittelt. Der Besitzer des Hofs soll die 67-Jährige blutend und auf dem Boden liegend gefunden haben. Sie wurde in eine Klinik gebracht und notoperiert, erlag aber ihren Kopfverletzungen.

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