Umbruch als Alltag

Heikle Mission: Der neue Trainer Dieter Hecking soll den HSV zurück ins Fußball-Oberhaus führen.
Heikle Mission: Der neue Trainer Dieter Hecking soll den HSV zurück ins Fußball-Oberhaus führen.

HSV krempelt nach dem im ersten Anlauf verpassten Aufstieg erneut alles um / Hecking als Hoffnungsträger

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27. Juli 2019, 10:52 Uhr

Hamburg | Alles neu. Wieder einmal. Neuer Trainer, neuer Sportdirektor, neue Mannschaft. Und damit nicht genug: Die regelmäßig wiederkehrende Suche nach Schuldigen für den jahrelangen Misserfolg des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV hat diesmal auch einige eher abseitige Resultate erbracht. So verabschiedete sich der Traditionsclub im Sommer ebenfalls von seiner Hymne („Hamburg, meine Perle“), dem Hymnen-Sänger und Stadionsprecher (Lotto King Karl) sowie der legendären Stadionuhr. Umbruch als Alltag beim gebeutelten HSV. Es wirkte unfreiwillig komisch, als Vorstandsboss Bernd Hoffmann kürzlich über Kontinuität sprach und das Ziel formulierte, „dass wir in drei Jahren in exakt dieser Konstellation hier sitzen und die dritte Erstligasaison in Folge planen“.

Wer kurz nachrechnet, stellt fest: Hoffmanns Plan kann nur aufgehen, wenn der HSV in der neuen Saison die Rückkehr ins Oberhaus schafft. Misslingt die Aufstiegsmission jedoch erneut, wäre das für den hochverschuldeten Club, der seit der Jahrtausendwende 23 Trainer und zehn Sportdirektoren verschlissen hat, sportlich und wirtschaftlich eine Katastrophe. Der Lizenzspieleretat (25 Millionen Euro) müsste weiter gesenkt werden. Die ohnehin schon große Kluft zur 1. Liga würde weiter wachsen.

Dass nach dem niederschmetternden vierten Platz der Vorsaison inzwischen wieder Optimismus und Zuversicht rund ums Volksparkstadion herrschen, liegt derweil hauptsächlich an einem Mann: Dieter Hecking. Zupackend, kompetent, souverän – der 54-jährige Trainerroutinier ist Hamburgs großer Hoffnungsträger. Die von Hecking und Sportdirektor Jonas Boldt bislang mit elf Neuzugängen – gestern wurde noch die Verpflichtung des 18-Jährigen Flügelstürmers Xavier Amaechi vom FC Arsenal London bekanntgegeben – runderneuerte Mannschaft zeigte in den Testspielen durchaus gute Ansätze und scheint gerüstet für den Saisonstart mit der Heimpartie gegen Darmstadt 98 (Sonntag, 13.30 Uhr).

Ach ja, auch nicht ganz unwichtig beim HSV, wo so viele mitreden und gehört werden (wollen): Uwe Seeler glaubt an den neuen Chefcoach. „Hecking ist erfahren und weiß, wie man mit Spielern umgehen muss. So einen braucht der HSV“, urteilte das 82 Jahre alte Vereinsidol.

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