Handball-Pokal : Traumfinale beim Final Four

Wieder entwischt: Karol Bielecki (r.) kann den Kieler Dominik Klein auf dem Weg zu einem seiner acht Treffer beim 38:34-Sieg des THW nicht aufhalten. Foto: Hobke
Wieder entwischt: Karol Bielecki (r.) kann den Kieler Dominik Klein auf dem Weg zu einem seiner acht Treffer beim 38:34-Sieg des THW nicht aufhalten. Foto: Hobke

Im Endspiel um den deutschen Handball-Pokal kommt es am Sonntag zu einem "Traumfinale" zwischen dem THW Kiel und HSV Hamburg. Am Sonnabend schlugen die Kieler die Rhein-Neckar-Löwen mit 38:34. Der HSV Hamburg bezwang Nordhorn mit 34:32.

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29. März 2008, 07:20 Uhr

Als die Handballer des THW Kiel ihr Tageswerk vollendet hatten, hieß es für sie warten. Warten auf den Gegner im Endspiel des Final Four. Auf der Tribüne der mit 12.800 Zuschauern ausverkauften Hamburger Color Line Arena verfolgten die Kieler die zweite Partie der Vorschlussrunde zwischen der HSG Nordhorn und dem HSV Hamburg. Zuvor hatte sich der Titelverteidiger durch einen 38:34 (24:19)-Erfolg in einer rasanten Partie über die Rhein-Neckar-Löwen für das Finale qualifiziert. Dort trifft der THW am Sonntag (14.05 Uhr/live NDR-Fernsehen) auf Gastgeber HSV Hamburg, der Nordhorn schließlich mit 34:32 (16:14) bezwang.
"Für die Zuschauer ist das sicherlich ein Traumfinale. Uns ist es egal, gegen wen wir antreten müssen. Wir haben ja keinen Einfluss darauf, wie der Gegner heißt. Wer den Pokal holen will, der muss jeden schlagen. Und wir wollen unseren Titel in Hamburg verteidigen", sagte Kiels Nikola Karabatic mit breiter Brust.
Nur zehn Minuten Mühe
In der Neuauflage des letztjährigen Endspiels hatten die Kieler lediglich in den ersten zehn Minuten Mühe mit den Löwen. Mannschaftskapitän Stefan Lövgren erzielte beim 9:8 (11.) die erste Führung, die der Titelverteidiger bis zum Abpfiff nicht mehr aus den Händen gab. Bereits beim Seitenwechsel lagen die "Zebras" mit fünf Treffern vorn. Gegen das Kieler Tempospiel fand die Mannschaft von Trainer Juri Schewzow kein Mittel. "Wir hatten heute keinen schlechten Tag, aber der THW hat uns einfach überrollt", meinte Henning Fritz. Der Torhüter der Rhein-Neckar-Löwen, der nach zehn Minuten den frustrierten Slawomir Szmal abgelöst hatte, sah sich immer wieder Eins-gegen-Eins-Situationen mit seinen ehemaligen Mannschaftkollegen ausgesetzt. "Unser Rückzugsverhalten war katastrophal", schimpfte Schewzow. Vor allem Dominik Klein profitierte immer wieder von der Schläfrigkeit der Badener.
"Kronau hatte große Probleme mit unserer schnellen Mitte und unseren Gegenstößen. Teilweise kam ich mir vor wie im Training", sagte Klein, neben Karabatic mit acht Treffern erfolgreichster Schütze bei den "Zebras". "Unser Trainer Noka Serdarusic hat uns vor dem Spiel gesagt, wir sollen alles, was wir haben, in das Halbfinale reinlegen und nicht Kräfte für ein mögliches Finale sparen. Daran haben wir uns gehalten."
HSV musste lange zittern
Erst gegen Ende der Partie erlahmten die Kräfte bei Klein und Co. etwas. Kein Wunder, schließlich hatten die Kieler nur wenige Alternativen auf der Bank. Mit Christian Zeitz und Flip Jicha fehlten zwei wichtige Akteure ganz, Viktor Szilagyi saß zwar auf der Bank und hätte "im Notfall spielen können" (Szilagyi) – aber dieser Notfall trat gar nicht erst ein. Mit drei schnellen Toren nach der Pause (27:19/33.) sorgte der THW schon früh für eine Entscheidung. Zwar kamen die Badener Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal bis auf vier Tore heran (26:30/46.), doch spätestens nach dem 35:30 (55.) durch Karabatic gab es keinen Zweifel mehr am Sieg des THW.
Im Gegensatz zum Nordrivalen musste der HSV Hamburg lange um den Einzug ins Endspiel zittern. Kurzfristig hatten beim Gastgeber die Brüder Guillaume und Bertrand Gille "Grünes Licht" für ihren Einsatz gegeben. Auch dank der Treffer und Routine der beiden Franzosen und der Paraden ihres guten Keepers Johannes Bitter erarbeiteten sie sich in einer ausgeglichenen Partie im ersten Abschnitt ein leichtes Übergewicht. Angetrieben vom wie entfesselt auftrumpfenden Nationalspieler Holger Glandorf, der 13 Mal traf, hielten die Nordhorner die Begegnung aber lange offen. Als Weltmeister Pascal Hens zum 28:25 (51. Minute) traf, schien es so, als ob sich die Hamburger etwas absetzen könnten. Doch Nordhorn hielt bis zum Schluss mit, so dass im HSV das glücklichere Team gewann.
THW Kiel: Omeyer (1.-60.), M. Andersson (n.e.) - Lund (2), K. Andersson (4), Lundström, Kavticnik (5/1), Anic (n.e.), Lövgren (7/2), Ahlm (3), Szilagyi (n.e.), Karabatic (7), Klein (8).

Rhein-Neckar Löwen: Szmal (1.-13.), Fritz (13.-60.) - Buday (n.e.), Gensheimer (3), Roggisch, Bielecki (3), Tkaczyk (3), Harbok (3), Schwarzer (3), Shelmenko (7), Jurasik (10/5), Klimovets (2), Szlezak, Groetzki (n.e.).
Zuschauer: 12.800 (ausverkauft).
Schiedsrichter: Lemme/Ullrich (Magdeburg).
Zeitstrafen: 3:4.
Siebenmeter: 5:5.

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