Trauer um Holstein Kiels Rekordtorschützen

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20. März 2013, 03:59 Uhr

Kiel | Der Fußball in Schleswig-Holstein hat eine seiner großen Persönlichkeiten verloren. Gerd Koll (Foto) verstarb nach schwerer Krankheit am Montagabend im Alter von 74 Jahren. Koll hatte sich insbesondere bei Holstein Kiel als Stürmer und Trainer einen Namen gemacht.

Im Alter von 20 Jahren war Koll vom Rendsburger TSV 1958 zu den "Störchen" gewechselt, wo er bald zu den führenden Spielerpersönlichkeiten in der damals erstklassigen Mannschaft aufstieg. 1962 holte er sich gemeinsam mit HSV-Idol Uwe Seeler die Torjägerkrone der Oberliga Nord (28 Treffer). Den Sprung in die kurz darauf gegründete Bundesliga verpasste der Mittelstürmer jedoch. Auch 28 Saisontreffer von Koll reichten 1965 nicht, um nach der Regionalliga-Meisterschaft in der Aufstiegsrunde Borussia Mönchengladbach um Heynckes und Netzer aus dem Weg zu räumen.

Bereits mit 30 Jahren beendete Koll schließlich seine aktive Laufbahn bei Holstein und stellte seinen Beruf als Lehrer für Sport und Geschichte am Kieler Max-Planck-Gymnasium in den Vordergrund. Eine Trainerkarriere hatte er nicht geplant - doch aus einem Aushilfsengagement bei Holstein wurde der größtmögliche Erfolg: Koll führte die Kieler 1978 als Trainer zum Aufstieg in die 2. Bundesliga, wo er den Posten jedoch aus beruflichen Gründen abgeben musste. 1982 rettete er noch einmal den VfB Lübeck vor dem Abstieg aus der Oberliga. Dem Fußball, vor allem seinen "Störchen", blieb er zeitlebens verbunden. Bis heute ist Gerd Koll Rekordtorschütze von Holstein Kiel.

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