Fußball : Transparency fordert andere Vergabekriterien

Sylvia Schenk fordert schärfere Vergaberegeln bei Großereignissen. Hannibal
Sylvia Schenk fordert schärfere Vergaberegeln bei Großereignissen. Hannibal

Nach der alarmierenden Amnesty-Studie über massive Menschenrechtsverletzungen auf den Baustellen im WM-Gastgeberland Katar hat die Antikorruptions-Organisation Transparency International veränderte Kriterien bei der Vergabe von Großereignissen gefordert.

shz.de von
18. November 2013, 12:15 Uhr

«Menschenrechtsfragen und Anti-Korruption müssen bei den Vergabekriterien von sportlichen Großereignissen eine Rolle spielen», sagte Sylvia Schenk, Sportbeauftragte von Transparency International, der Nachrichtenagentur dpa.

«Dabei ist nicht nur der Ist-Zustand gemeint, sondern man muss auch bewerten, ob so ein Großereignis im Gastgeberland etwas Positives in Gang setzen könnte. Da werden viele Bewerber natürlich das Blaue vom Himmel versprechen. Das muss überprüft werden, verbunden vielleicht mit Sanktionen bei Nichteinhalten.»

Sylvia Schenk machte sich zumindest für einen Mindeststandard bei Menschenrechtsfragen stark, der vor der Entscheidung über den Ausrichter von Großereignissen auch überprüft werden müsse. Amnesty International hatte in seinem Bericht katastrophale Wohn- und Arbeitsbedingungen, indiskutable Hygienebedingungen, nicht bezahlte Gehälter und Perspektivlosigkeit öffentlich angeprangert.

«In dem Amnesty-Bericht steckt auch eine Chance. Ganz offensichtlich haben europäische Unternehmen, die zum Beispiel über Subunternehmen Arbeitsmigranten beschäftigen, Anteil an den Missständen. Man kann nicht ausschließen, dass das auch deutsche Firmen betrifft», sagte Schenk. «Es müssen jetzt die richtigen Schritte eingeleitet werden, um wirksam Abhilfe zu schaffen. Das geht allerdings nicht von heute auf morgen.»

kompletter Bericht, englisch

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