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Die Bundesliga-Kolumne : Trainer-Dilemma, Null-Nummer, Schiri-Comeback

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fünf Spiele, sieben Punkte, Platz zehn, Zufriedenheit beim HSV: Ein gelungener Saisonauftakt, meint Jürgen Muhl.

Sonntags-Kost: Drei Spiele am heiligen Sonntag. Und morgen und am Mittwoch geht es schon weiter. Ein Wochen-Spieltag, der besonders am Tabellenende neue Erkenntnisse bringen wird. Denn dort spielt die Musik zu Beginn dieser Saison. Und wohl auch weiterhin. Noch kein Punkt für Borussia Mönchengladbach, noch kein Pünktchen für den VfB Stuttgart. Welch eine Dramatik bei diesen beiden großen Traditionsclubs. Lucien Favre handelte selbst, wollte nicht auf den Rausschmiss warten und trat gestern Abend überraschend zurück. Respekt. Und Gladbachs Sportchef Max Eberl hielt Wort. Noch vor zwei Wochen hatte er erklärt, Favre sei „unrauswerfbar“. Der Schweizer geht nun also von allein. Und Stuttgarts Neu-Trainer Alexander Zorniger tönte zum Saisonstart, der VfB werde „nicht viele Spiele“ in dieser Saison verlieren. Jetzt sind es schon fünf.

Zu den Wackelkandidaten zählt auch Hannovers Coach Michael Frontzeck. 96 spielt wie ein Absteiger, auch gestern in Augsburg. Am Ende dieser Woche mit zwei Spieltagen könnten die ersten Machtworte aus den Vorstandsetagen gesprochen werden.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Weil Borussia Dortmund schnell zu alter Stärke zurückgefunden hat, kommt es in dieser Saison endlich wieder zu zwei Klassikern mit den Bayern. Diese beiden Spiele werden die Deutsche Meisterschaft entscheiden. Eine frühe, aber keine kühne Prognose nach dem fünften Spieltag.

Es geht also doch: Fünf Spiele, sieben Punkte. Platz zehn. Und dazu sieben Tore auf der Habenseite. Fast immer ein volles Stadion. Zufriedene Fans, strahlende Profis und ein selbstbewusster Trainer. Der Hamburger SV kann von einem gelungenen Saisonauftakt sprechen. Die Mannschaft zeigt Stabilität, gelegentlich gute Spielzüge und ein gesundes Abwehrverhalten. Auch bei der Nullnummer gegen eine gleichwertige Frankfurter Eintracht imponierte der HSV mit einer soliden Leistung. Nicht zu vergleichen mit dem Gestümper der vorigen Saison. Bruno Labbadia hat im Gegensatz zu seinen zahlreichen Vorgängern die richtige Ansprache gefunden. Was bei Profis wie Lasogga, Spahic oder Diekmeier, die nicht unbedingt zu den Intellektuellen in der Bundesliga zählen, durchaus als Herausforderung bezeichnet werden kann. So funktioniert Fußball: Sobald es sportlich einigermaßen läuft, spricht über die wirtschaftlichen Probleme kein Mensch mehr. Was Vorstand und Management gut gefällt. Selbst die Rucksack-Affäre von Sportchef Peter Knäbel ist kaum noch ein Thema.

Erstligapause beendet: Gestern, am fünften Spieltag, durfte auch Manuel Gräfe wieder mit seiner Pfeife in einem Erstligastadion seinem Schiedsrichter-Beruf nachgehen. Comeback bei der Partie Stuttgart gegen Schalke. Gräfe? Welcher Gräfe? Jener Gräfe aus Berlin, der mit seiner Fehlentscheidung im Mai in Karlsruhe dem HSV den Klassenerhalt schenkte. Mit einem Freistoß, der keiner war. Danach wurde der Schiri nur bei Zweit- und Drittligapartien eingesetzt. Nicht in der Eliteliga. Der DFB schaut offenbar doch genau hin. Wie bei Knut Kircher, der vor einer Woche den Bayern gegen Augsburg mit einem Skandal-Elfer half. An diesem Wochenende war Kircher in der Dritten Liga im Einsatz.

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erstellt am 21.Sep.2015 | 08:45 Uhr

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