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Bundesliga-Kolumne : Traditions-Pleite, Schwalben-Gipfel, Trainer-Wechsel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Warum sich der HSV mit einem Relegationsplatz anfreunden kann und Bruno Labbadia vielleicht bald einen neuen Job hat.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 07:06 Uhr

Peinlicher Auftritt

Eines muss man dem HSV lassen – eben die Treue zur Vergangenheit. 0:6, 0:5, 2:9, 1:3,0:8, 0:5 und jetzt, am 25. Februar 2017, ein weiteres null zu acht in München. Markus Gisdol reiht sich in die Liste der Hamburger Versager-Trainer ein: Armin Veh, Thorsten Fink, Bert van Marwijk, Michael Oenning oder auch Joe Zinnbauer, der mit der Ernennung zum Bundesliga-Trainer wie ein Paradiesvogel abhob. Bis er nur kurze Zeit später hart aufsetzte – vorbei war es mit diesem Traumjob. Armin Veh musste gar am nächsten Morgen nach einem „knappen“ 0:5 in München seine Koffer packen. Er konnte gleich in München bleiben, musste gar nicht mehr am Dienstort Hamburg erscheinen. Gisdol durfte mit der Mannschaft im Charter-Flieger zurückreisen und am Sonntag das Training leiten. Und auch am Montag und Dienstag.

Wurde der Schwabe doch erst vor wenigen Tagen nach vier Spielen, die einigermaßen erfolgreich verliefen, kräftig gefeiert. Die Vertragsverlängerung ist so gut wie unter Dach und Fach. Trotz Desaster in München. Eine seelenlose Vorstellung, eine Blamage. Wortlos verließ Vorstandschef Heribert Bruchhagen das Stadion. Jener Bruchhagen, der noch vor einigen Tagen erklärt hatte, dass „dieser neue HSV“ sich nicht mehr „abschlachten“ lasse. Welch ein Irrtum. Die Demontage von München zeigt, wie anfällig, behäbig, ja – wie desinteressiert – auch dieser „neue HSV“ seinen Dienst verrichtet. Und trotzdem wird es wohl reichen. Darmstadt taumelt dem Abstieg entgegen und auch für Ingolstadt sieht es nicht viel besser aus. Der HSV kann sich schon jetzt mit dem Relegationsplatz anfreunden. Wäre dieser Rang doch für den HSV aus Tradition die Rettung.

Konsequenzen

Die Nebengeräusche im Bundesliga-Alltag werden lauter. Und auch unangenehmer. Schlimme Fan-Ausschreitungen, wie am Sonnabend in Berlin. Die Hasstiraden gegen RB Leipzig. Aber auch auf dem Rasen geht vieles daneben. Die so genannten Schwalben – was nichts weniger als Betrug ist – nehmen zu wie auch das Spiel auf Zeit und das ständige Reklamieren zahlreicher Profis. Oder auch die Unehrlichkeit. Wie am Sonntag in Ingolstadt, als der Gladbacher Lars Stindl den Führungstreffer mit einem klaren Handspiel erzielte. Der Schiedsrichter, der nichts gesehen haben will, fragte Stindl. Ohne Erfolg. Schade. Der Mönchengladbacher hätte zum ganz großen Gewinner werden können. Wenn er doch nur die Wahrheit gesagt hätte. Ausgerechnet Stindls Trainer Dieter Hecking fordert mehr Fairness und hat seine Kollegen zu einem runden Tisch geladen. Die Bundesliga-Trainer sind in der Vorbild-Funktion. Hecking sollte im eigenen Haus beginnen und Stindl ins Gewissen reden.

Angst in Wolfsburg

Die Hängepartie um VfL-Trainer Valerien Ismael ist beendet. Am Sonntagabend senkten die Verantwortlichen des Volkswagen-Clubs den Daumen – der Franzose muss gehen. Die Volkswagen-Betriebssportabteilung tut sich schwer. Bruno Labbadia wird als Nachfolger gehandelt. Aber so richtig überzeugen kann dessen Vita offenbar nicht. Labbadia war auch bei Werder Bremen im Gespräch. An der Weser aber darf Alexander Nouri weitermachen. So ist es, wenn man Siege einfährt.

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