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Judo : Tölzer hofft auf WM-Hattrick bei Abschied

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Natürlich soll zum Abschied für Schwergewichtler Andreas Tölzer der Hattrick her. «Auf jeden Fall ist eine Medaille mein Ziel», betont der 33 Jahre alte Olympia-Dritte vor dem letzten Kampf seiner langen Karriere bei der Judo-WM in Rio de Janeiro.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 12:22 Uhr

Jeweils Silber hatte der Mönchengladbacher bei den Welttitelkämpfen 2010 und 2011 erkämpft, nun hofft das gesamte deutsche Judo-Lager auf einen perfekten Abschluss. «Das wünschen wir ihm. Er hat es sich verdient», sagt Präsident Peter Frese vom Deutschen Judo-Bund (DJB).

Vor drei Wochen hatte der sonst so stille 145-Kilo-Mann für einen Paukenschlag in der Szene gesorgt. Wie aus dem Nichts kündigte Tölzer seinen Rücktritt nach dem Saisonhöhepunkt an. «Das wird mein letzter Einzelwettkampf sein», betonte der Erfolgsgarant. Präsident Frese, der über den Schritt vorab informiert war, war auch Tage später noch geschockt: «Das ist absolut ein Verlust.»

Eigentlich hatte Tölzer, der sich vor gut einem Jahr in London mit Bronze endlich den Traum von einer Olympia-Medaille erfüllen konnte, noch bis zu den Sommerspielen 2016 weitermachen wollen - am aktuellen WM-Ort Rio. Doch dann kam für den Koloss, der sich zu Jahresbeginn einer Operation an der Schulter unterzog, alles anders. «Es häuft sich immer mehr», sagte Tölzer mit Blick auf gesundheitliche Wehwehchen. «Und Olympia ist ja noch drei Jahre hin.»

Und irgendwie ist Tölzer wohl auch das Vagabundenleben eines Sportlers leid. «Vor zehn Jahren war man im Jahr 80 bis 100 Tage unterwegs. Heute geht ja nichts mehr unter 150 Tagen», rechnet der 33-Jährige die jährliche Reisebelastung vor. Da verblassen selbst die schönsten Orte. «Es reicht einfach. Ich sehne mich nach Sesshaftigkeit, möchte Frau, Kinder und Familie», betonte er in einem Interview der «Welt» (Freitag).

Am Samstag geht Tölzer bei seiner fünften WM noch ein letztes Mal auf die Matte, dann ist Schluss mit dem Judo-Sport. «Für mich bedeutet das Gänsehaut pur», sagt Olympiasieger Ole Bischof zum letzten Auftritt seines langjährigen Weggefährten. Und der kennt sich aus mit perfekten Abschieden: Bei seinem letzten Kampf gab es vor einem Jahr noch einmal Olympia-Silber.

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