Handball-Bundesliga : THW siegt wenig überzeugend mit 27:37

Verkehrte Welt in der Wilhelmshavener Nordfrost Arena: Während die Sieger missmutig vom Feld gingen, ließen sich die Verlierer feiern.

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02. März 2008, 07:13 Uhr

Die Spieler des Wilhelmshavener HV hatten sich den Applaus der 2433 Zuschauer redlich verdient. Der Tabellen-16. der Handball-Bundesliga hatte dem Klassenprimus THW Kiel 50 Minuten lang kräftig geärgert. Am Ende stand zwar ein 37:27 (14:11)-Sieg für den THW, dennoch durften die abstiegsbedrohten Gastgeber erhobenen Hauptes die Halle verlassen.
Vor allem ein Mann riss die 2433 Besucher in der Nordfrost Arena in der Anfangsphase immer wieder von den Sitzen: Adam Weiner. Der polnische Nationaltorhüter in Reihen des WHV machte nicht nur mehrere Chancen des THW zunichte, der 32-Jährige erzielte sogar einen Treffer. In der 16. Minute überlistete er Kiels Keeper Mattias Andersson mit einem Wurf aus dem eigenen Torkreis. Andersson, der einen Gegenstoßpass erwartet und sich deshalb weit vor seinem Gehäuse postiert hatte, konnte nur noch tatenlos zuschauen, wie sich der Ball hinter ihm zum zwischenzeitlichen 8:7 für die Gastgeber ins Netz senkte. Trotz dieses Missgeschicks war Andersson noch bester Akteur beim im ersten Durchgang enttäuschenden Titelverteidiger, der in ungewohnter Aufstellung begann.
THW-Trainer Noka Serdarusic ließ zunächst Kapitän Stefan Lövgren auf der Bank, Nikola Karabatic kam in der Anfangsphase nur in der Abwehr zum Einsatz. Stattdessen durften im Angriff Börge Lund und Filip Jicha ran. Überzeugen konnten beide (wieder einmal) nicht. Und so mussten gegen Ende der ersten 30 Minuten dann doch wieder die Spieler ran, denen der Trainer angesichts der Terminhatz der kommenden Wochen eine Pause gönnen wollte. Karabatic und Lövgren brachten die Gäste mit ihren Toren zum 11:10 (22.) wieder in Führung, die der THW bis zum Abpfiff nicht mehr aus den Händen gab, wenngleich sich die Niedersachsen bis weit in die zweite Hälfte hinein gegen die drohende Niederlage stemmten. Nach dem 23:26 (47.) brachen aber alle Dämme. Die Kieler hatten in der Schlussphase leichtes Spiel, doch der 37:27-Sieg geriet alles andere als überzeugend.
THW Kiel: M. Andersson (1.-60.), Omeyer (bei 4 Siebenmeter) - Lund (1), K. Andersson (5), Lundström (4), Kavticnik (4), Anic, Lövgren (4/1), Ahlm (5) Szilagyi, Zeitz, Karabatic (7/2), Klein (3), Jicha (4).

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