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20. Oktober 2017 | 20:48 Uhr

Storls zweiter Gold-Coup mit der Kugel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Leichtathletik-WM in Moskau: 23-jähriger Chemnitzer verteidigt seinen Titel nach einem packenden Wettkampf / Weitspringer Reif Sechster

von
erstellt am 20.Aug.2013 | 16:35 Uhr

Was für ein Kraftakt! Kugelstoßer David Storl hat in Moskau seinen Weltmeistertitel von Daegu 2011 mit der Superweite von 21,73 Meter verteidigt und den deutschen Leichtathleten das dritte Gold beschert. Der erst 23 Jahre alte Chemnitzer gewann gestern Abend im Luschniki-Stadion einen packenden Wettkampf. Der Olympia-Zweite steigerte seine persönliche Bestleistung dabei gleich um 69 Zentimeter. Vor dem Abschlusswochenende der Titelkämpfe hat das 66-köpfige DLV-Team nun bereits drei Mal Gold durch Storl, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Diskuswerfer Robert Harting errungen. Dazu gab es zwei Mal Silber und ein Mal Bronze.

Storl ballte nach seinem vierten Stoß jubelnd die Faust, doch die Kampfrichter werteten den Versuch zunächst als ungültig. Nach einigen Diskussionen wurde die Weite doch anerkannt. „Ich konnte es erst gar nicht glauben“, sagte Storl später. Es habe für die Kampfrichter so ausgesehen, als ob er mit dem linken Fuß auf dem Balken gewesen sei, aber dem sei nicht so gewesen, meinte er. „Ich wusste genau, dass der nicht ungültig war. Ein bisschen Gefühl habe ich auch im linken Fuß, es ist ja nicht so, dass ich da taub bin.“ Storl bedankte sich bei dem Fotografen, der gleich die Fotos parat hatte. „Er hat gezeigt, dass er ein selbstbewusster junger Mann ist“, sagte Storls Trainer Sven Lang.

Mit diesem Stoß übertrumpfte das Riesentalent die 21,57 des Amerikaners Ryan Whiting. Bronze ging an den Kanadier Dylan Armstrong mit 21,34. Storl zeigte dann noch einmal seine gewaltigen Muskeln, schnappte sich einen schwarz-rot-goldenen Zylinder und ging mit der Nationalfahne auf die Ehrenrunde.

Nur fünf Zentimeter fehlten Weitspringer Christian Reif zu Bronze. Der Ex-Europameister aus Rehlingen wurde mit 8,22 Metern Sechster. „Das war knapp, da war mehr drin. Dass da eine gewisse Enttäuschung da ist, kann wohl jeder verstehen. Das war ein unglaublich hochkarätiger Wettkampf“, meinte er. Der Russe Alexander Menkow segelte in der Sandgrube auf die Weltjahresbestweite von 8,56 Meter hinaus und lag damit weit vorn. Europameister Sebastian Bayer aus Hamburg kam nur auf Rang neun.

Das russische Publikum feierte neben Menkow auch lautstark das WM-Gold von Olympiasiegerin Tatjana Lisenko im Hammerwerfen. Sie verteidigte ihren Titel mit der Weltjahresbestleistung von 78,80 Metern. Weltrekordlerin Betty Heidler aus Frankfurt/Main war nach ihrem bitteren Aus in der Qualifikation bei der Medaillenvergabe nicht dabei.

Superstar Usain Bolt ist derweil auf dem besten Weg zu seinem zweiten Triumph dieser Titelkämpfe. Der Weltrekordhalter siegte in seinem Halbfinallauf in 20,12 Sekunden und ist nun heute der große Favorit im Finale. Sollte der sechsfache Olympiasieger morgen auch noch mit der jamaikanischen 4 x 100-Meter-Staffel allen davonrennen, würde er Carl Lewis mit insgesamt acht Goldmedaillen als erfolgreichsten Athleten der WM-Geschichte ablösen.

Seinen zweiten Titel bereits gewonnen hat Langstreckenläufer Mo Farah. Sechs Tage nach seinem Sieg über 10 000 Meter setzte sich der Brite auch über 5000 Meter in 13:26,98 Minuten durch.

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