Niederlage für St. Pauli : Sportgericht wertet abgebrochenes Spiel 2:0 für Schalke

Fußball Bundesliga 28. Spieltag: Das Spiel des  FC St. Pauli gegen FC Schalke 04 endet ruhmlos mit einem Abbruch. Die Begegnung wurde beim Stand von 0:2 abgebrochen, nachdem der Linienrichter Thorsten Schiffner (r.) von einem Bierbecher am Kopf getroffen wurde. Foto: Marcus Brandt dpa/lno
Fußball Bundesliga 28. Spieltag: Das Spiel des FC St. Pauli gegen FC Schalke 04 endet ruhmlos mit einem Abbruch. Die Begegnung wurde beim Stand von 0:2 abgebrochen, nachdem der Linienrichter Thorsten Schiffner (r.) von einem Bierbecher am Kopf getroffen wurde. Foto: Marcus Brandt dpa/lno

Das Pauli-Spiel gegen Schalke geht 2:0 für die Gelsenkirchener aus. Nachdem ein Fan einen Bierbecher auf Linienrichter Torsten Schiffner geworfen hatte, wurde das Spiel abgebrochen.

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06. April 2011, 10:11 Uhr

Es kam, wie es kommen musste. Das DFB-Sportgericht hat seiner Rechts- und Verfahrensordnung entsprechend das beim Stand von 2:0 für Schalke 04 beim FC St. Pauli abgebrochene Spiel mit 2:0 zugunsten der Gäste gewertet. Dieses Urteil hatten beide Clubs auch so erwartet.
Der FC Schalke 04 bleibt 2:0-Sieger des abgebrochenen Bundesliga-Spiels beim FC St. Pauli. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entschied am Dienstag, das Spiel 2:0 zugunsten der Gelsenkirchener zu werten, die am Freitagabend zum Zeitpunkt des Abbruchs in der 88. Minute auch mit diesem Ergebnis geführt hatten.
"Dieses Urteil haben wir erwartet", meinte St. Pauli-Pressesprecher Christian Bönig nach dem Eingang der DFB-Mitteilung am Dienstagnachmittag. "Etwas anderes, als dass wir die drei Punkte nachträglich zugesprochen bekommen, ist ja gar nicht möglich", hatte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt schon am vorigen Freitag gesagt.
Geister-Spiel gegen Bremen?
Gemäß der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sei das Spiel für St. Pauli mit 0:2 zu werten, weil der Verein für seine Zuschauer verantwortlich ist und den Spielabbruch demnach zu verantworten hat, hieß es in der DFB-Mitteilung. Über etwaige Sanktionen gegen den FC St. Pauli wegen des Vorfalls entscheidet das Sportgericht nach der Anklage-Erhebung durch den DFB-Kontrollausschuss noch in dieser Woche. Dem Kiez-Club drohen eine Geldstrafe und im nächsten Heimspiel am Ostersonntag gegen Werder Bremen eine Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit, was einen Millionen-Verlust bedeuten würde. Sogar eine Platzsperre ist im schlimmsten Fall für den Aufsteiger möglich.
Schalke rückt durch den nachträglich zuerkannten "Dreier" mit nunmehr 36 Punkten auf den zehnten Tabellenrang vor. St. Pauli belegt erstmals in dieser Saison als 17. mit 28 Punkten einen Abstiegsplatz. Die Treffer der zunächst nicht in die Wertung eingeflossenen Partie hatten Raúl und Julian Draxler erzielt. Auf der Homepage der Deutschen Fußball Liga hieß es am Dienstag jedoch, die Tore würden den Spielern nicht zugeordnet.
Die Partie war in der 88. Minute beim Stand von 2:0 für Schalke von Referee Deniz Aytekin vorzeitig beendet worden, nachdem kurz zuvor Schiedsrichter-Assistent Torsten Schiffner von einem vollen Bierbecher aus Plastik im Nackenbereich getroffen worden war. Der Becher war aus St. Pauli-Fanbereich der Haupttribüne geworfen worden. Der Täter ist mittlerweile offenbar eindeutig identifiziert.
(dpa, shz)

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