Niederlage gegen Union Berlin : Später Doppelschlag schockt Holstein Kiel

Blindflug: Unions Sebastian Andersson (l.) und der Kieler Hauke Wahl liefern sich einen heißen Luftkampf.
Blindflug: Unions Sebastian Andersson (l.) und der Kieler Hauke Wahl liefern sich einen heißen Luftkampf.

2. Fußball-Bundesliga: Holstein kassiert 0:2-Niederlage beim 1. FC Union Berlin. Mathias Honsak verletzt sich am Arm.

shz.de von
25. September 2018, 20:44 Uhr

Am Sonnabend gab es noch späte Glücksgefühle – am Dienstagabend war es für Fußball-Zweitligist Holstein Kiel umgekehrt: Im Auswärtsspiel beim bislang noch unbesiegten 1. FC Union Berlin setzte es vor 20.879 Zuschauern an der Alten Försterei durch zwei späte Tore eine unglückliche 0:2 (0:0)-Niederlage.

Das Spiel begann bereits bitter für die „Störche“. Schon nach wenigen Minuten verletzte sich Mathias Honsak in einem harmlos aussehenden Zweikampf mit Akaki Gogia. Mit einer Verletzung am rechten Arm wurde er noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht. Für ihn übernahm der von einer Grippe genesene Kingsley Schindler die Position als zweite Spitze – Trainer Tim Walter hatte überraschend auf eine 4-4-2-Formation mit Mittelfeldraute umgestellt.

Die Umstellung ging insofern auf, als die Kieler das Geschehen weitgehend zu kontrollieren wussten und im Zentrum auch weniger anfällig für Konter wirkten. In einer an Höhepunkten armen ersten Hälfte hatte Holstein die etwas besseren Torszenen. Janni Serra setzte schon nach 28 Sekunden einen Schuss knapp übers Tor. Zwei Mal war zudem das Zusammenspiel zwischen Schindler und Lee Jaesung erfolgversprechend: Doch ein Lee-Schuss nach Schindler-Zuspiel wurde zur Ecke abgelenkt (17.), und Schindler zögerte nach Zuspiel des Koreaners zu lange, sodass er an Keeper Rafael Gikiewicz scheiterte (20.). Halbe Chancen gab es zudem durch einen Kinsombi-Schuss (39.) und einen Serra-Kopfball (40.). Holsteins Schussmann Kenneth Kronholm musste nach genau 44 Minuten erstmals eingreifen. Doch einen Hübner-Kopfball nach einem Trimmel-Freistoß lenkte er mit einer Glanztat über die Latte.

Die meiste Aufmerksamkeit zogen die Fans beider Lager auf sich, die in den ersten Minuten aus Protest gegen den gescheiterten DFB-Fandialog schwiegen. Ein Großteil der rund 800 Kieler Anhänger war zudem als Protest gegen den Werktagstermin unter dem Motto „Working Class Holstein Kiel“ in Arbeitskleidung erschienen.

In der zweiten Hälfte war Kronholm gleich zu Beginn gefordert. Nach einem starken Solo von Akaki Gogia, der zwei Kieler versetzt hatte, war der Kieler Keeper auf dem Posten und wehrte ab (48.). Insgesamt waren die Berliner nun griffiger und nach vorne auch gefährlicher, ohne jedoch viel Zwingendes zu produzieren. Unions Trainer Urs Fischer leitete die Schlussoffensive ein, als er den lange verletzten Top-Torjäger Sebastian Polter einwechselte, der prompt nach einer Ecke eine Kopfballchance hatte (76.).

Als schon vieles auf ein 0:0 hindeutete, fiel doch noch der entscheidende Treffer. Nachdem Holstein einen Angriff bereits abgewehrt hatte, setzte Grischa Prömel nach und traf mit einem abgefälschten Schuss zum 1:0 (90.). In der Nachspielzeit legte Polter mit einem Fallrückzieher sogar noch das 2:0 nach, nachdem er im ersten Versuch an Kronholm gescheitert war.

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