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Neues vom HSV : „Sind keine Erfolgsfans“: Warum HSV-Anhänger in SH weiter hoffen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Anhänger des Krisen-Dinos zittern vor der erneuten Relegation - und bleiben doch zuversichtlich.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 09:52 Uhr

Flensburg/Kiel/Schleswig | Daumendrücken oder Fingernägelkauen? Hoffen oder Bangen? Auch den schleswig-holsteinischen Fans des Hamburger SV macht die erneute Krisensaison ihres Herzensclubs schwer zu schaffen. Und doch sind sich die Anhänger des Dinos der Fußball-Bundesliga weitgehend einig: Wir steigen nicht ab! Trotz des jüngsten Abwärtstrends und des Absturzes auf den Relegationsplatz geben sie unter anderem in den rund 200 Fanclubs im Land die Hoffnung auf Besserung nicht auf – und glauben weiter daran, dass der ewige Erstligist auch im nächsten Jahr erstklassig ist. Auch der HSV Supporters Club rief die Fans jüngst auf, sich öffentlich zum Verein zu bekennen. Wie ist die Stimmung vor dem Abstiegskrimi am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) im Volksparkstadion gegen Mainz 05?

„Wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen“, sagt Timm Merten. Der 37 Jahre alte Flensburger, Vorsitzender des gut 40 Mitglieder von Flensburg bis Lüneburg zählenden Fanclubs „Rautenrebellen“, schiebt gleich hinterher: „Hoffentlich direkt.“ Auf eine erneute Zitterpartie in der Relegation, die der HSV in zwei der drei vergangenen Spielzeiten seinen Fans zumutete, will er es nicht ankommen lassen. „Das dürfte in diesem Jahr, wenn ich mir die möglichen Gegner (VfB Stuttgart, Eintracht Braunschweig, Hannover 96, Union Berlin, Anm. d. Red.) angucke, noch schwieriger werden als gegen Karlsruhe und Fürth“, betont Merten, der auch beim jüngsten 0:4-Debakel des HSV in Augsburg im Stadion war: „Das war ein blutleerer Auftritt.“

Timm Merten vergleicht das Fan-Sein mit einer Ehe.

Timm Merten vergleicht das Fan-Sein mit einer Ehe.

Foto: sh:z
 

Und woher kommt die Zuversicht? „Es ist beim HSV seit Jahren so, dass die Leistung von einem Spiel zum nächsten komplett kippen kann – zum Negativen, aber auch zum Positiven. Gegen Mainz muss die Mannschaft jetzt aber ein ganz anderes Gesicht zeigen als in Augsburg.“ Und wenn er doch passiert, der Abstieg? Daran möchte Merten eigentlich gar nicht denken, sagt aber auch: „Das mit dem Fansein ist doch wie in einer guten Ehe: Da gibt es auch mal Ärger und schlechte Zeiten, aber man rauft sich ja auch immer wieder zusammen.“

Auch bei der „Bagaluten Bande Hamburg“ aus Kiel sagt der Vorsitzende Henning Hoffmeister im Brustton der Überzeugung: „Einmal HSV, immer HSV. Wir sind keine Erfolgsfans und würden auch in der 2. Liga zum HSV gehen.“ Allerdings rechnet der 34-Jährige ob der bedrohlichen Lage mit den erneuten Relegationsspielen gegen den Zweitliga-Dritten. „Ich bin zwar überzeugt, dass es nicht noch schlimmer kommt. Aber wir sind schon dabei, uns mit der erneuten Relegation anfreunden zu müssen.“ Auch Hoffmeister glaubt an eine Reaktion des Teams auf den Offenbarungseid in Augsburg: „Jetzt muss auch der Letzte gemerkt haben, dass etwas passieren muss“, sagt er und hofft, dass die Suspendierung von drei Spielern aus dem Profi-Kader sowie das Kurztrainingslager ihre Wirkung nicht verfehlen.

Henning Hoffmeister würde auch in der zweiten Liga zum HSV gehen.

Henning Hoffmeister würde auch in der zweiten Liga zum HSV gehen.

Foto: sh:z
 

Hoffen ist auch in Schleswig angesagt. Beim Fanclub „HSV Schlei – immer dabei“ sorgt sich Thomas Böge um seinen Verein. „Wenn man drei Spiele vor Schluss da unten drinsteht, dann muss man von einer Zitterpartie ausgehen“, sagt er, glaubt aber, dass die vergangenen Jahre lehrreich waren und auch in der jetzigen Situation hilfreich sind: „Wir packen das, denn wir sind erfahrener im Abstiegskampf als Mainz oder Wolfsburg. Die sind punktgleich mit dem HSV und haben nicht damit gerechnet, so sehr um den Klassenerhalt zittern zu müssen.“

Thomas Böge setzt auf die Erfahrung seines Vereins.

Thomas Böge setzt auf die Erfahrung seines Vereins.

Foto: sh:z

Auch im Falle erneuter Relegationsspiele könne der HSV „auf einige Erfahrung zurückgreifen. Aber das muss nicht schon wieder sein, da drohen richtig starke Gegner.“ Die Hoffnung lebt – und ein Sieg gegen Mainz „wäre ein großer Schritt. Noch haben wir es in eigener Hand.“

 
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