SHFV-Pokal-Finale : Sensation: SV Todesfelde zieht in den DFB-Pokal ein

Die Mannschaft des SV Todesfelde feiert nach dem Finale mit dem Pokal.

Die Mannschaft des SV Todesfelde feiert nach dem Finale mit dem Pokal.

Der Oberligameister besiegt in einem packenden Endspiel den Drittligisten VfB Lübeck mit 3:2.

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22. August 2020, 19:00 Uhr

Malente | Um eine Sensation reicher ist Schleswig-Holsteins Fußballgeschichte: Der SV Todesfelde hat zum ersten Mal den SHFV-Pokal gewonnen. Der Oberligameister besiegte im Uwe Seeler Fußball Park zu Malente den favorisierten Drittligaaufsteiger VfB Lübeck mit 3:2 (1:2). Die Segeberger haben sich damit auch erstmals für die erste Runde im DFB-Pokal qualifiziert und treffen dort im Zeitfenster 11. bis 14. September auf den Zweitligisten VfL Osnabrück.

Niklas Stehnck bejubelt das 1:0 des SV Todesfelde.
Jörg Lühn

Niklas Stehnck bejubelt das 1:0 des SV Todesfelde.

 

Todesfelde erwischte einen Traumstart und ging schon in der dritten Minute in Führung. Nach einem Bento-Eckstoß scheiterte der Ex-Lübecker Henrik Sirmais, dessen Schuss von VfB-Akteur Florian Riedel von der Linie gekratzt wurde. Im zweiten Versuch beförderte dann aber Niklas Stehnck die Kugel ins Tor des Favoriten.

Lübecker fanden zunächst keine Mittel

Weil Lübeck zunächst kein Mittel fand, die gegen den Ball mit einer Fünfer-Abwehrkette operierende SVT-Defensive auszuhebeln, hätte der Außenseiter um ein Haar auf 2:0 erhöht. Doch ein 16-Meter-Drehschuss von Neuzugang Marco Pajonk rauschte knapp am Dreiangel vorbei (18.). Bis dahin hatte der VfB als gefährlichste Aktion einen Distanzschuss von Yanick Deichmann zu bieten (15.).

Die Lübecker übernahmen mit fortschreitender Dauer die Spielkontrolle und wurden dafür belohnt. In der 28. Minute setzte Thorben Deters den auf links durchbrechenden Marvin Thiel in Szene, und Letzterer schoss aus spitzem Winkel hoch ins lange Eck ein – 1:1. Der Treffer hatte deswegen einen Beigeschmack, weil Thiel möglicherweise im Abseits gestanden hatte. Sämtliche Todesfelder Proteste verhallten fruchtlos.

Tor für Todesfelde: Lennard Koth trifft aus dem Gewühl heraus zum 2:2.
Jörg Lühn

Tor für Todesfelde: Lennard Koth trifft aus dem Gewühl heraus zum 2:2.

 

Mehrere Tore nach Standardsituationen

Im Anschluss an seinen vierten Eckstoß drehte der VfB den Spieß komplett um. Der Standard wurde von Todesfelde nicht entscheidend geklärt, sodass Mirko Boland die Kugel ein zweites Mal in den Strafraum befördern konnte. Sören Lippert legte den Ball per Kopf quer, Tommy Grupe sagte „dankeschön“ und schoss aus kurzer Distanz in zentraler Position stehend zum 2:1 für die Landerl-Elf ein (31.).

Luca Sixtus und Til Weidemann freuen sich über das 3:2 des SV Todesfelde.
Jörg Lühn

Luca Sixtus und Til Weidemann freuen sich über das 3:2 des SV Todesfelde.

 

Nach dem Wiederbeginn deckte Todesfelde die Schwächen des VfB gnadenlos auf. Es waren eklatante Schwächen bei Standards. Nach einem Freistoß von Cedric Szymczak aus dem Halbfeld traf Lennard Koth aus dem Gewühl heraus zum 2:2-Ausgleich (59.), nur 180 Sekunden darauf köpfte Til Weidemann in herrlicher Manier die Kugel nach einem weiteren Bento-Eckstoß ins rechte Eck. Das war das 3:2.

Druckloser Favorit

Der VfB agierte lange Zeit zu drucklos. Der SVT hatte immer wieder Zeit, sich zu sortieren. Erst in den letzten 15 Minuten nagelte der Drittligist die Segeberger zusehends in deren Hälfte fest. Für eine bemerkenswerte Aktion sorgte Schiedsrichter Fynn Kohn (Husumer SV), der nach einem Zweikampf zwischen dem starken SVT-Torhüter Fabian Landvoigt und Elsamed Ramaj erst auf Elfmeter entschied, den Strafstoß nach Rücksprache mit seinem Assistenten Christopher Horn aber zurücknahm (81.).

In der Folge blieben sämtliche Versuche der Lübecker, wenigstens noch eine Verlängerung zu erzwingen, erfolglos.

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