THW Kiel : Schwenkers Netzwerk

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09. Dezember 2009, 10:34 Uhr

Na also, die Sache ist doch noch nicht vom Tisch. Der Handball-Skandal lebt und bebt. Sie haben es nicht geschafft, den "Fall Schwenker" zu den Akten zu legen, die Herren Funktionäre des Deutschen Handball-Bundes und der Handball-Bundesliga. Quasi über Nacht, auf welchem merkwürdigen Weg auch immer, kommen die Aussagen von Uwe Schwenker vor der Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit. Schwenkers Geschichten. Kräftig mit schmutziger Wäsche gewaschen. Einige Tage vorher soll beim THW Kiel eine Überweisung in Höhe von 30 000 Euro eingegangen sein. Angewiesen von Ex-Trainer Noka Serdarusic, der laut Schwenker in Saus und Braus lebt. Und Frau Serdarusic soll viel Geld verzockt haben. Also, so erzählt Schwenker jetzt, der Großteil der ominösen 152 000 Euro sei an einen kroatischen Spielervermittler und der andere Teil an seinen alten Freund und heutigen Intimfeind Noka gegangen. Zum Aufbau eines Informations-Netzwerkes und zum Abbau von Nokas Schulden, wie Schwenker behauptet.

Eine skurrile Geschichte. Wenn sie denn stimmt, hätte der damalige THW-Geschäftsführer diesen Lesestoff auch zu Beginn der Ermittlungen verkaufen können. Oder musste Schwenker damals noch damit rechnen, dass einer der angeblich bestochenen Schiedsrichter reden würde? Schwenker sagt auch, dass THW-Gesellschafter die Ausgaben genehmigt hätten. Die aber wollen von nichts gewusst haben. Was in der Trennung von Schwenker endete. Eine Kündigung pro forma. Die bislang defensiv agierende Kieler Staatsanwaltschaft kündigt jetzt eine Überprüfung der Aussagen Schwenkers an. Welch ein Vorstoß. Offenbar soll doch noch die Wahrheit ans Licht kommen. Hell wird es aber nur, wenn Schwenkers Netzwerk zusammenbricht.

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