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Präsentation des Olympia-Konzepts : Scholz: „Hamburg ist bereit für Olympia“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Hansestadt hat ihre Pläne für die Sommerspiele 2024 oder 2028 präsentiert. Es ist das Konzept der kurzen Wege. Konkurrent ist die Hauptstadt Berlin.

Hamburg | Hamburg will das größte Sportereignis der Welt, und seit gestern ist in allen Einzelheiten bekannt, wie das gelingen soll. „Wir sind bereit. Wir können und wollen Olympische Spiele ausrichten“, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bei der Vorstellung des Olympia-Konzepts der Hansestadt. Dies orientiert sich an 13 Fragen, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Hamburg und dem Konkurrenten Berlin vorgelegt hatte. Der DOSB will im Dezember oder Anfang 2015 entscheiden, ob sich Deutschland um die Sommerspiele 2024 bewirbt und falls ja, mit welcher der beiden Städte. Denkbar ist auch eine Bewerbung für 2028, dann würden sich die Funktionäre zunächst nicht auf einen Kandidaten festlegen.

Scholz präsentierte das erwartete Konzept „kompakter Spiele mit sehr kurzen Entfernungen“ direkt an der Elbe. „Die meisten Sportarten finden in einem Radius von zehn Kilometern statt.“ Herzstück soll die „Olympic City“ auf der Elbinsel Kleiner Grasbrook werden. Dort würden laut Innen- und Sportsenator Michael Neumann als Neubauten das Olympiastadion (70.000 Plätze), der Olympia Dome (15.000) sowie das Schwimmstadion (15.000) entstehen. Dazu das Olympische Athletendorf mit 3000 Wohneinheiten.

Nach den Spielen soll die Olympic City zum neuen Stadtteil für 8000 Bewohner recycelt werden, unter Einbeziehung aller Olympia-Bauten. Das Stadion würde auf eine Kapazität von 20.000 Plätzen schrumpfen und eine Mantelbebauung mit Hotel und Läden erhalten. Neumann: „Der Olympia Dome wird zum vierten Kreuzfahrtterminal, die Schwimmhalle könnte eine Kongresshalle werden.“

Ein Großteil der Sportarten soll zudem in den Messehallen über die Bühne gehen. Auch andere vorhandene Sportstätten gehören zum Konzept, so die Imtech-Arena, die O2 World, die Derbyanlage in Klein Flottbek sowie das Millerntorstadion. Neubauten sind für Rugby (Volkspark), Bahnradfahren (Stellingen) und Kanuslalom (Wilhelmsburg) notwendig. Zusätzlich wird es Wettkämpfe in den Nachbarländern (siehe Kasten) geben.

Für den Transport der mehreren Millionen Besucher setzt die Stadt aufs Rad. Neumann: „Wir wollen Fahrrad-Parkhäuser mit 20.000 oder 30.000 Plätzen bauen.“ Neue Ideen sind ferner ein zweites Olympisches Dorf in Wilhemsburg für Freunde und Verwandte der Sportler sowie die Nutzung der 50er Hafenschuppen als Kulturmeile.

Scholz kündigte nachhaltige Spiele ohne Gigantismus an. „Wir werden auf eine Weise nachhaltig und kompakt sein, wie man das in der olympischen Geschichte noch nicht kennengelernt hat“, versprach er. Olympia an der Elbe solle und werde einen Sprung für Hamburgs Stadtentwicklung darstellen. Scholz verwies auf die bestehenden Senatspläne, den Osten und Süden der Stadt zu modernisieren, um der wachsenden Einwohnerzahl Hamburgs gerecht zu werden.

Die Olympia-Gesamtkosten veranschlagen Hamburgs Planer auf 6,5 Millionen Euro. Davon müsse die Stadt indes nur gut zwei Milliarden Euro tragen. Der Rest komme vom Bund, aus Eintritts- und TV-Geldern sowie von privaten Investoren. Sollte der DOSB Hamburg zur deutschen Kandidatenstadt machen, sollen die Bürger der Elbmetropole im April 2015 bei einem Referendum endgültig grünes Licht geben.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 07:40 Uhr

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