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Bundesliga-Kolumne : Schnell-Schuss, Party-Stimmung, Transfer-Irrsinn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der HSV hat nach dem Pokal-Aus gegen Jena und der Rucksack-Affäre mit seiner Leistung gegen den VFB Stuttgart einiges wieder gut gemacht, schreibt Jürgen Muhl in seiner Bundesliga-Kolumne.

Wie in den Jahren zuvor: So kennen wir den FC Bayern. So leicht kann den Rekordmeister nichts aus der Fassung bringen. Nicht einmal das schnellste Tor in der Bundesliga-Geschichte. Erzielt nach gut neun Sekunden vom Hoffenheimer Kevin Volland. Ja, so hofften große Teile der deutschen Fußball-Gesellschaft, würden die Bayern gar schon am zweiten Spieltag ausrutschen? So wäre es vielleicht gekommen, wenn Eugen Polanski per Elfmeter zur erneuten Führung für die TSG getroffen hätte. Hat er aber nicht. Wer die Bayern schlagen will, darf sich einen solchen Aussetzer nicht erlauben. Dann schlagen auch nur noch zehn Bayern-Profis zurück. Eiskalt, wie überaus zutreffend im Fußball-Duden formuliert wird.

Und doch hat die Partie in Hoffenheim gezeigt, dass auch der Rekordmeister hin und wieder menschliche Züge aufzeigt. Wie beim Fehlpass von David Alaba, der Volland den Schnellschuss ermöglichte. Hoffenheims mutige Spielweise hat Anerkennung verdient – Anschauungsunterricht für den Rest der Liga.

Was kommt nach den Bayern? Oder davor? Während der VfL Wolfsburg und Schalke 04 schon jetzt ein wenig schwächeln, hat sich Borussia Dortmund auf den Weg nach oben gemacht. Mit einem Trainer, der seinen Spielern auch die Ernährung vorlebt. Vorbei ist es beim BVB mit Pasta nach Training und Spiel. Zum Leidwesen des bei der Mannschaft so beliebten Stamm-Italieners in der Innenstadt der westfälischen Metropole. Auch Brot und Kartoffeln sind gestrichen. Thomas Tuchel hat seine eigenen Vorstellungen. Grundsätzlich keine Getreideprodukte, sagt der smarte und federleichte Coach. Bislang bekommt der Borussia diese Diät gut.

Jubel wie zu besten Zeiten: Als wäre er deutscher Meister geworden. Der HSV liegt sich in den Armen. Ein Sieg im zweiten Saisonspiel, das hat es seit Jahren nicht gegeben. Da hieß die erlebenswerte Betonschüssel ja auch nicht Volksparkstadion. Sondern AOL-Arena, HSH-Nordbank-Arena, oder Imtech-Arena. Drei Konzerne, die große Finanzprobleme hatten oder haben. Drei Partnerschaften mit dem HSV, die nicht funktionierten. Mit der Rückkehr zum Volksparkstadion läuft es gleich besser. Zurück in der Heimat.

Es mag Zufall sein, es kann aber auch etwas mit den Besonderheiten im Fußballalltag zu tun haben. Wie auch immer. Der HSV hat nach dem peinlichen Pokal-Aus in Jena und der bis heute nicht aufgeklärten Rucksack-Affäre verlorenes Terrain zurückgewonnen.

„Wir werden nicht viele Spiele in dieser Saison verlieren“, hatte Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger noch vor der Begegnung in Hamburg geprahlt. Dagegen stehen zwei Niederlagen in zwei Spielen. Welch eine törichte Aussage. Es war keine spielerische Glanzleistung, mit der Stuttgart in die Knie gezwungen wurde. Es waren Mut und Kampfgeist. Manchmal reicht schon dies.

Wahnsinns-Poker: 60 Millionen, 70 Millionen, 80 Millionen Euro? Das Ablöse-Spektakel um Wolfsburgs Kevin De Bruyne geht in die letzte Woche. Der meistumworbene Profi Europas kann mit diesem Millionenspiel nicht umgehen. Er spielt grottenschlecht – wie zuletzt in Köln. Mag sein, dass Manchester City noch zum Rückzieher ansetzt. Vielleicht zum Vorteil des Akteurs.

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erstellt am 24.Aug.2015 | 06:46 Uhr

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