Sarah Eichler träumt von Timmendorf

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29. Juni 2009, 09:05 Uhr

Wenn es um ihren sportlichen Ziele geht, dann hat die 1987 in Neustadt an der Ostsee geborene Sarah Eichler (21) klare Vorstellungen. "Ich möchte unbedingt einmal bei den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand an den Start gehen", gibt die 1,76 Meter große Beachvolleyballerin unumwunden zu. Den großen Traum verfolgt die Abwehrspielerin, die in den Anfangsjahren ihrer Beachkarriere als Blockerin begonnen hatte, bereits seit Jahren. Im Jahr 1998 hatte Matthias Piehler, der jetzige Vizepräsident und Beachwart des Schleswig-Holsteinischen Volleyballverbandes (SHVV), die damals elfjährige Sarah zu den deutschen Meisterschaften nach Timmendorf mitgenommen, und die war von dem Spektakel am Strand trotz des damals schlechten Wetters derart begeistert, dass sie eigentlich gar nicht wieder weg wollte. "Ich sah das Strahlen in den Augen von Sarah. Die war hin und weg", kann sich Piehler noch immer gut an die bewegenden Momente erinnern.

Inzwischen hat die Außenangreiferin, die in der kommenden Hallensaison für den Zweitligaaufsteiger Kieler TV (übernahm das Startrecht von der FT Adler Kiel) auf Punktejagd gehen wird, das Profitum zwar abgehakt, doch Timmendorf ist und bleibt für sie einfach Kult. Für ihren Traum bringt Sarah, die am liebsten beim smart Beachcup in Binz auf Rügen antritt, auch große Opfer. Getreu dem Motto "Wer kämpft, der kann verlieren - Wer nicht kämpft, der hat schon verloren", trainiert sie mit ihrer neuen Partnerin Kathrin Schumann sowohl in Kiel-Schilksee als auch in der Beachhalle in Bordesholm sowie in Berlin. Zudem gab es zum Saisonstart ein sehr intensives Trainingslager in der Türkei.

Dass die beiden nach anfänglichen Schwierigkeiten gut miteinander harmonieren und das konsequente Training sich auszahlt, belegen die vielen guten Ergebnisse, die sie bereits in diesem Jahr erzielen konnten. Herausragend waren dabei sicherlich der Gewinn der deutschen Hochschulmeisterschaft in Kiel-Schilksee im Mai sowie die zwei Siege bei DVV-Turnieren der Kategorie 1. Erst vor zwei Wochen gewannen Eichler und Schumann die "Unser Norden Beachtour" in Dahme, was mit 15 DVV-Punkten belohnt wurde. Bei der smart beach tour in Dresden und auf der Nordseeinsel Norderney reichte es jeweils für den neunten Platz im Hauptfeld, was weitere neun DVV-Zähler einbrachte. Nun freut sich die Hip-Hop begeisterte Eichler bereits auf die beiden smart Beachtour Supercups in St. Peter-Ording und in Burg auf Fehmarn, die im Juli ausgetragen werden. Dort hofft sie, auch dank der bisher guten Punkteausbeute, im Hauptfeld an den Start gehen zu können, um nicht unnötig Kräfte in der Qualifikation zu vergeuden.

Bereits der Start von Sarah Eichlers Strandkarriere verlief außerordentlich erfolgreich. Nachdem Sarah im Jahr 1999 als Zwölfjährige beim heimischen TSV Neustadt mit dem Hallenvolleyball begonnen hatte, folgte drei Jahre später die Teilnahme an den Jugend-Beachvolleyballturnieren in Schleswig-Holstein. Seitdem ging die Neustädterin mit vier verschiedenen Partnerinnen an den Start. Der größte Erfolg gelang ihr dabei vor vier Jahren. Sarah mit ihrer damaligen Partnerin Katherina Schillerwein spielte sie ein ganz hervorragendes Turnier bei der U 19-Weltmeisterschaft an der französischen Atlantikküste. Auf dem Weg ins Halbfinale wurden die beiden von dem polnischen Duo Urban/Jatre in einem dramatischen Dreisatzspiel gestoppt und landeten letztlich auf dem fünften Platz. Ein Jahr zuvor holte Sarah mit ihrer ersten Strandpartnerin, Janina Krohe, damals noch als B-Jugendliche bei den deutschen A-Jugend-Meisterschaften in Kiel-Schilksee den Vizetitel. Eine Woche später, bei den deutschen B-Jugend-Meisterschaften am saarländischen Bostalsee, folgte erneut der zweite Platz. Im Jahr 2006 war dann Katharina Hinrichsen, mit der Sarah auch bei der FT Adler Kiel in der Regionalliga gemeinsam spielte, die Partnerin.

Dass die Neustädterin, die zwischenzeitlich auch für den TuS Holtenau spielte, zu einer überdurchschnittlich guten Strandvolleyballerin wurde, ist auch in einem erheblichen Maße der guten Ausbildung durch die Bundestrainerin Silke Lüdike zu verdanken, die bereits mehrere Topathletinnen geformt hat.

Danach wurde es zwei Jahre etwas ruhiger um die sehr ehrgeizige und zielstrebige Sportlerin, die sich nach dem Abitur auch ganz ihrem Sportstudium widmen musste. Neben dem Wunsch, verletzungsfrei durch die Saison zu kommen, freut sich Sarah neben ihrem großen Ziel, in Timmendorf an den Start gehen zu können, auch auf die bereits Anfang Oktober beginnende Hallensaison in der 2. Bundesliga. "Das ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Wir freuen uns alle riesig auf die Bundesliga", betont die 21-Jährige. Auch ihr Vereinstrainer Jan Oelke weiß viel Gutes über seine Mannschaftsfüherrin zu berichten: "Sarah hat durch Adam Stosik zum Anfang ihrer Volleyballzeit in Neustadt bereits eine gute Grundausbildung erhalten. Zusammen mit Rike Romberg war Sarah eine ganz entscheidende Spielerin in der letzten Regionalligasaison und hat dort viel Verantwortung übernommen. Hervorzuheben ist ihre gute Spielauffassung. Sie versteht es, auf dem Feld gut zu improvisieren und auch in schwierigen Situationen stets eine geeignete Lösung zu finden."

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