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Rosbergs Triumphfahrt beim Glamour-Grand-Prix

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Deutscher Doppelsieg: Mercedes-Pilot gewinnt in Monaco verrücktes Rennen vor Weltmeister Vettel

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Monte Carlo | Fürst Albert II. klopfte ihm anerkennend auf die Schulter, Papa Keke Rosberg platzte vor Stolz, und Freundin Vivian herzte ihren Traumprinzen: Teufelskerl Nico Rosberg ließ sich bei seiner Triumphfahrt im Fürstentum an der Côte dAzur selbst von drei Safety-Car-Phasen nicht stoppen. Der Mercedes-Pilot ist der neue Renn-König von Monaco. 30 Jahre nach dem Sieg seines Vaters gewann er den spektakulären Glamour-Grand-Prix. "Unglaublich. Ich bin hier aufgewachsen", sagte der 27-Jährige Rosberg. "Ich bin hier zu Hause. Der Sieg ist etwas ganz besonderes."

Weltmeister Sebastian Vettel machte gestern als Zweiter beim prestigeträchtigsten Formel-1-Rennen den ersten deutschen Doppelerfolg in Monte Carlo perfekt und war der zweite große Gewinner des Tages, da seine schärfsten WM-Rivalen Kimi Räikkönen und Fernando Alonso hinter den Erwartungen blieben. "Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Resultat", sagte der Red-Bull-Pilot und gratulierte seinem Landsmann: "Nico hat einen sehr guten Job gemacht. Er konnte immer antworten, wenn wir versucht haben, näher dran zu kommen." Selbst eine längere Unterbrechung nach einem schweren Unfall und drei Neustarts konnten den wie entfesselt fahrenden Rosberg bei der Hatz durch die Häuserschluchten nicht stoppen. Für ihn war es wie für Mercedes seit dem Comeback 2010 erst der zweite Sieg nach seinem Erfolg in China im April 2012. Adrian Sutil als Fünfter vervollständigte das deutsche Traumergebnis.

Mit der Pole-Position hatte Rosberg die Grundlage für seinen ersten Saisonerfolg geschaffen. Anders als bei den beiden Grand Prix zuvor, bei denen Rosberg ebenfalls ganz vorne gestartet war, machten ihm dieses Mal weder abbauende Reifen noch die Neustarts einen Strich durch die Rechnung.

Besonders heftig krachte es in der 46. von 78 Runden: Max Chilton hatte den Unfall verschuldet. Sein Marussia-Teamkollege Jules Bianchi raste deshalb in Pastor Maldonado. Der Venezolaner prallte ungebremst in die Absperrung. Die Rennleitung unterbrach das Rennen sofort, um das kaputte Auto bergen und die Strecke säubern zu können. Die Piloten stiegen aus ihren Rennwagen und alle Teams wechselten in der elf Minuten langen Zwangspause außerplanmäßig erneut die Reifen. Dann ging es zum zweiten Mal bei diesem sechsten Saisonlauf hinter dem Safety-Car auf die Strecke. Wieder behielt Rosberg die Ruhe und blieb an der Spitze vor Vettel. Aber damit noch nicht genug: Der Franzose Romain Grosjean löste mit seinem Unfall im 63. Umlauf die dritte Neutralisierung aus - und wieder zeigte Rosberg keine Nerven.

Nach insgesamt 307,140 Kilometer lag Rosberg 3,8 Sekunden vor Vettel. Vorjahressieger Mark Webber belegte im zweiten Red Bull Rang drei. Lewis Hamilton wurde im zweiten Silberpfeil Vierter. Weil das Team den Briten nach dem ersten Crash zu spät in die Box beordert hatte, verlor er den möglichen zweiten Platz.

In der WM-Wertung hat Vettel (107) nun 21 Punkte Vorsprung vor Kimi Räikkönen (86). Der Finne rettete als Zehnter im Lotus wenigstens noch einen Zähler. Zweiter großer Verlierer war Fernando Alonso. Der Ferrari-Pilot wurde in Monte Carlo nur Siebter, ist aber weiterhin Gesamtdritter (78).

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