Rhein-Neckar Löwen feiern endlich ihre erste Titelparty

Stolze Pokalsieger: Uwe Gensheimer (l.) und Oliver Roggisch.
Stolze Pokalsieger: Uwe Gensheimer (l.) und Oliver Roggisch.

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21. Mai 2013, 03:59 Uhr

Nantes | Handballer Uwe Gensheimer ließ erahnen, wie die Rhein-Neckar Löwen ihren historischen Triumph zu feiern wussten. Um 4.33 Uhr am Montagmorgen schickte der 26-Jährige ein Foto von sich selbst mit Goldmedaille um den Hals und schrägem, aber eindeutigem Blick an seine Fans. Der einzige Kommentar: "Party on ..."

Die Nacht nach dem Gewinn des EHF-Cups, dem ersten Titel der Vereinsgeschichte, war dem Anlass entsprechend kurz, sehr kurz. Durch das 26:24 (16:12) gegen Gastgeber HBC Nantes beendete der Zweite der Handball-Bundesliga bei dem Final Four in der Bretagne das Trauma der vergangenen Jahre. In vier Endspielen zuvor waren die Löwen, die tags zuvor im Halbfinale Frischauf Göppingen 28:22 besiegt hatten, immer als Verlierer vom Platz geschlichen.

"Dieser Europacup hat für unseren Club einen unglaublichen Wert", sagte Löwen-Manager Thorsten Storm: "Damit haben wir uns nicht nur für eine grandiose Saisonleistung, sondern auch für großes Durchhaltevermögen belohnt." Die wohl dringlichste Aufgabe des 48-Jährigen ist in den kommenden Tagen ein Einkaufsbummel. "Nun müssen wir uns erst mal eine Vitrine zulegen", sagte er: "Bislang haben wir die ja noch nicht gebraucht."

Der Finalsieg war die erwartete Reifeprüfung. Angeheizt von 5000 frenetisch jubelnden Zuschauern spielten die Gastgeber von Beginn an hart an der Grenze des Erlaubten. Dennoch: Zur Halbzeit führten die Löwen hochverdient mit vier Toren, ehe sich die zweite Spielhälfte noch zur Zitterpartie entwickelte. Nantes kam zwischenzeitlich auf zwei Tore heran, die Badener behielten aber eindrucksvoll die Nerven. "Wir haben es geschafft, ruhig zu bleiben", sagte Gudmundur Gudmundsson: "Wir haben den Job erledigt, ich bin einfach nur glücklich."

Bedanken konnte sich der Coach in erster Linie bei seinem Kapitän. Nationalspieler Uwe Gensheimer, der nach auskuriertem Achillessehnenriss in der vergangenen Woche höchstens von einem Kurzeinsatz geträumt hatte, war mit zehn Toren überragender Spieler auf dem Feld. "Vor zehn Tagen saß ich noch nicht einmal auf der Bank", sagte Gensheimer: "Und jetzt den Pokal zu gewinnen, ist einfach unglaublich."

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