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SH Netz Cup auf dem NOK : Respekt vor „brutalem Rennen“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Deutschland-Achter peilt auf dem Nord-Ostsee-Kanal den erfolgreichen Abschluss einer makellosen Ruder-Saison an.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 17:10 Uhr

Rendsburg | Ob Torben Johannesen weiß, was ihn am Sonntag erwartet? Vielleicht hat er ja bei seinem Bruder Eric mal nachgefragt. Der ältere der beiden Johannesens saß zwischen 2011 und 2016 sechs Mal im deutschen Boot, das beim SH Netz Cup an den Start ging. Das 12,7 Kilometer lange Rennen auf dem Nord-Ostsee-Kanal von der Breiholzer Fähre bis zur imaginären Ziellinie im Rendsburger Kreishafen ist unter den Athleten gleichermaßen beliebt wie gefürchtet, denn der SH Netz Cup gilt als „härteste Ruderregatta der Welt“.

40 Minuten Anstrengung nahe an der Grenze zur körperlichen und mentalen Erschöpfung liegen beim Start am Sonntag (gegen 16.30 Uhr/live im Ersten) vor den vier Achter-Teams. Nach der Zielankunft (gegen 17.10 Uhr) weiß man dann nicht mehr, was mehr schmerzt. Der Rücken? Die Beine? Die Lunge? Oder vielleicht doch die mit Blasen übersäten Hände? „Ich habe mit Eric nicht darüber gesprochen. Aber ich war schon mal als Zuschauer in Rendsburg und habe mächtig Respekt vor dem Rennen“, sagt Torben Johannesen, der seit diesem Jahr im Deutschland-Achter rudert und mit dem Boot vor zwei Wochen in Sarasota (USA) Weltmeister wurde. Bei Weltcuprennen und internationalen Meisterschaften beträgt die Streckenlänge 2000 Meter. „Und das ist schon kein Zuckerschlecken. Aber in Rendsburg ist das mehr als das Sechsfache.“

Einer, der die Torturen kennt, die das Rennen auf dem Kanal mit sich bringt, ist Richard Schmidt. Neben Steuermann Martin Sauer, Malte Jakschik und Felix Wimberger ist der 30-Jährige einer wenigen mit Rendsburg-Erfahrung im neu formierten deutschen Boot, das am Freitag eine erste Trainingseinheit auf der Obereider absolvierte. In diesem Jahr nimmt er bereits zum zehnten Mal am Rennen teil. Aber eines hat ihn die Erfahrung gelehrt: „Leider kann man sich nicht so wirklich auf das Rennen vorbereiten und sich vor den Schmerzen schützen. Es ist jedes Mal wieder eine neue Herausforderung. Das ist extrem brutal. Von Beginn an wird voll gerudert, um gleich nach dem Start die beste Position zu haben. Man kann sich zu keinem Zeitpunkt so richtig ausruhen, auch wenn man nach der ersten Kurve vorne liegt, weil die anderen Teams von hinten ordentlich Druck machen.“ In diesem Jahr wollen Vizeweltmeister USA, Olympiasieger Großbritannien und der WM-Vierte Niederlande einen erneuten deutschen Triumph verhindern. Von den bisherigen 16 Rennen gewannen die Deutschen zwölf.

„Wir sind in dieser Saison noch ungeschlagen. Und das soll auch nach Rendsburg so bleiben“, sagt Coach Uwe Bender, der wie fünf seiner Athleten ebenfalls sein Debüt beim SH Netz Cup gibt. „Auch mich als Trainer stellt das vor eine neue Aufgabe. Die Jungs brauchen vor so einem extrem langen und anstrengenden Rennen eine besondere Ansprache. Aber sie können auch nach unser erfolgreichen Saison mit Selbstbewusstsein und Freude an die Sache herangehen.“

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