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Bundesliga-Kolumne : Rede-Verbot, Meister-Kurs, Team-Geist

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit „uns Fiete“ gibt es endlich wieder eine tolle Geschichte am häufig tristen Hamburger Fußballhimmel, sagt Jürgen Mühl.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2017 | 06:41 Uhr

Befreiungsschlag: Die Fußballwelt meint es gut mit dem HSV. Zwei Geschenke – und die nimmt man gern an. Eine ungerechtfertigte Gelb-Rote Karte für den Stuttgarter Dzenis Burnic und ein fußballerisches Humorstück – wie im Ohnsorg-Theater – von Gästetorhüter Ron-Robert Zieler bringen den Hamburger SV auf die Siegerstraße. Und dann ein Klassetor von Jann-Fiete Arp, der Volkspark kocht. Als wäre ein neuer Uwe Seeler geboren.

Der 17-jährige Abiturient aus Bad Segeberg ist über Nacht zum neuen HSV-Idol avanciert. Welch eine tolle Geschichte am häufig tristen Hamburger Fußballhimmel. So macht der HSV wieder Spaß. Noch einige Tore mehr und die Millioneneinkäufer stehen Schlange beim hoch verschuldeten Traditionsclub, der während der zweiwöchigen Länderspielpause erst einmal durchatmen kann. Und Zeit hat für Gespräche mit Arp und seinem Berater.

Ja, der junge Mann hat bereits Beistand an seiner Seite. Und der wird sein Allerbestes geben, dass „Uns Fiete“, wie Arp in Hamburg bereits in Anlehnung an „Uns Uwe“ genannt wird, auch das Geldzählen lernt. Der HSV möchte so schnell wie möglich den bis Sommer 2019 laufenden Vertrag mit seinem Jungstar verlängern. Verständlich, aber wohl schwierig. Torjäger werden weltweit gesucht und hoch gehandelt. Ob man es gut findet oder nicht: Der Poker um Arp hat begonnen.

Der HSV ist äußerst besorgt um das Wohl seines Juwels. So hat die sportliche Leitung dem Gymnasiasten ein Redeverbot erteilt. Interviews soll es vorerst nicht geben. Arp verschwand am Sonnabend durch einen Hinterausgang. Alles zum Schutz des jungen Mannes, wie es von Vereinsseite heißt. Das wird nicht lange gutgehen in der Medienstadt Hamburg.

Holstein Kiel könnte den nächsten Aufstieg schaffen.
Holstein Kiel könnte den nächsten Aufstieg schaffen. Foto: Imago/Agentur 54 Grad
 

Alltag in der Liga: Von wegen Spannung im Titelkampf. Wonach es zu Saisonbeginn ausgesehen hatte, als die Bayern noch ihre Form suchten. Dann kam Jupp Heynckes – und vorbei war es mit der Hoffnung auf eine Bundesliga, in der es an der Tabellenspitze hin und her geht. Die Bayern dirigieren – genau wie in den Vorjahren – von ganz oben das Geschehen. So, wie sie es wollen. Hin und wieder werfen sie ein Auge auf RB Leipzig, um den aufmüpfigen Brause-Club aus Sachsen unter Kontrolle zu halten. Borussia Dortmund hat sich dagegen abgemeldet aus einem möglichen Titelkampf.

Geht es beim BVB derart desaströs weiter, wird auch der Erzfeind aus Gelsenkirchens Stadtteil Schalke demnächst an den Schwarz-Gelben vorbeiziehen. Und vielleicht auch Hannover 96, das sich wacker schlägt und derzeit als Nummer eins vor dem VfL Wolfsburg, dem HSV und Werder Bremen die „Nord-Liga“ anführt.

In Bremen weiß man nicht so recht, was zu tun ist. Weiter auf Interimstrainer Florian Kohfeldt setzen oder Bruno Labbadia als Retter holen? So oder so: Es wird schwer für Werder. Fehlt es doch an ausreichender Qualität im Spielerkader.

Aufstiegsträume: Ja, die gibt es inzwischen in den Reihen von Holstein Kiel. Auch, wenn es kein Offizieller sagt. Die Mannschaft trumpft überzeugend auf, sie verfügt über einen bemerkenswerten Teamgeist. Hält diese Konstanz bis zur Winterpause – die nächsten Gegner heißen Nürnberg, Ingolstadt und Düsseldorf –, werden Vorstand, Geschäftsführung und sportliche Leitung einiges zu besprechen haben.

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