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"Ausblick" 2014 : Raus aus dem Fußball-Niemandsland Schleswig-Holstein!

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie schön wäre das denn: Die Schleswig-Holstein-Arena kommt! Für 25.000! Und endlich! Der ersehnte Zweitligist! Ein recht illusorischer Ausblick auf das Sportjahr 2014.

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 14:21 Uhr

Wir schreiben den 11. April 2013. Es ist 14.30 Uhr, kurz nach dem Mittagessen. Man hockt eng zusammen in Uwe Seelers neuem Gästezimmer im neu eröffneten und nach dem HSV-Idol benannten Fußballpark, früher bekannt und berüchtigt als Sportschule Malente. Seeler sitzt auf seinem Bett – auf zwei Stühlen gegenüber der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, daneben Hans-Ludwig Meyer, immerhin Chef des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV).

Eine illustre Runde, ein einflussreiches Trio. Drei Männer, die das Fußballgeschäft beherrschen. Die Stimmung aber ist nicht die beste. So wie nach einer deftigen Niederlage. Und Niersbach sagt auch, warum. Eine tolle Fußballschule sei das hier in Malente. Aber sonst? Nichts. Fußball-Niemandsland Schleswig-Holstein. Mit einer gleichnamigen Liga, in der ein Großteil der Akteure den Ball dermaßen schlecht behandelt, als hätte das runde Stück Kunststoff eine Vielzahl von Verbrechen begangen. Man haut einfach drauf. Nun gut, Holstein Kiel spiele aber immerhin in der 3. Liga, erwähnt Meyer nicht ohne Stolz. Ja, was ist denn schon 3. Liga, entgegnet der DFB-Präsident. Uwe Seeler nickt zustimmend. „Und“, so Niersbach, „ein vernünftiges Stadion habt ihr auch nicht.“ Die drei starken Fußballmänner fassen einen überaus bedeutenden Beschluss, der im neuen Jahr umgesetzt werden soll: ein neues Stadion, eine neue Mannschaft mit Zweitliga-Ambitionen. Zeitraum, bis alles steht: fünf Jahre.

Die Stadionfrage ist inzwischen geklärt: Das Eiderstadion in Büdelsdorf, eine der schönsten Anlagen im Lande und zentral gelegen, wird ausgebaut und in Schleswig-Holstein-Arena umbenannt. Das Land bringt sich als Namenssponsor mit einem zweistelligen Millionenbetrag ein. Fassungsvermögen der Arena: 25.000 Zuschauer, rundum überdacht, 30 Logen sind vorgesehen.

Büdelsdorfs Bürgermeister Jürgen Hein hat in nur wenigen Monaten die Finanzierungsfragen geklärt. Zu den Sponsoren zählt auch der ortsansässige Großunternehmer und Kunstmäzen Hans-Julius Ahlmann. Der weltweit erfolgreiche ACO-Chef hat den Fußball nach seinem Besuch im legendären Maracana-Stadion von Rio de Janeiro als „echte Kunst“ entdeckt. Wie auch der Nortorfer Unternehmer Gustav Tietje, der in den gastronomischen Bereich der Arena investiert.

Jetzt muss nur noch eine attraktive Mannschaft her. Auch da sind die Vordenker bereits einen Schritt weiter. Nach Gesprächen mit den beiden Mäzenen von Holstein Kiel und des Eisenbahner Turn- und Sportvereins Weiche Flensburg, Gerhard Lütje und Harald Uhr, steht der Fusion zwischen beiden Clubs und der Neugründung eines 1. FC Citti Schleswig-Holstein nichts mehr im Weg. Auch der DFB hat seine Zustimmung signalisiert. Der Anfangsetat soll bei 30 Millionen Euro liegen. Lizenzprobleme gibt es nicht.

Wenn es doch nur so kommen würde.

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