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Posse beim HSV Hamburg: Rost nach 43 Tagen gefeuert

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Großes Missverständnis: Handball-Bundesligist und Geschäftsführer gehen überraschend getrennte Wege

Hamburg | Die 43-Tage-Ehe zwischen Frank Rost und dem HSV Hamburg hat sich als großes Missverständnis entpuppt und geht mit einer peinlichen Posse zu Ende. Am Tag nach dessen von HSV-Präsident Matthias Rudolph offiziell bestätigter Demission als Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten saß der frühere Fußball-Nationaltorwart Rost gestern im Büro, als wäre nichts geschehen und meldete sich offenbar aus arbeitsrechtlichen Gründen zum Dienst. Rudolph reagierte erbost und stellte klar, dass es keine weitere Zusammenarbeit geben werde. Später teilte er mit, dass der HSV Rost mit sofortiger Wirkung freigestellt habe.

"Sein Verhalten ist eine Frechheit. Mir hat er gestern gesagt, dass er sein Amt niederlegt, und ich ihn beurlauben soll. Aber warum soll ich ihn dann beurlauben? Der will doch nur Geld haben", sagte Rudolph zunächst. Und ergänzte: "Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geht gar nicht." Nun spricht alles für eine arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung.

Rudolph ließ die rechtliche Seite des Vertrags prüfen, der eine halbjährliche Kündigungsfrist beinhalten soll. Nach mehreren Telefonaten wurde Rost dann gestern Mittag von seinen Aufgaben freigestellt. "Wir haben mit Christoph Wendt einen weiteren Geschäftsführer, dem wir voll vertrauen. Zudem deckt unser Trainer Martin Schwalb viele der Aufgaben bereits ab", erklärte Rudolph. Rost wollte sich zu seiner Beurlaubung nicht äußern.

Die nur sechswöchige Kooperation mit dem Ex-Fußballer, der für den Champions-League-Sieger HSV zum Türöffner bei Sponsoren werden sollte, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. "Es hat nicht zusammengepasst", betonte Rudolph und ergänzte: "Es hat menschlich nicht gepasst. Er hat für eine Riesenunruhe in der Geschäftsstelle gesorgt." So wurden der Pressesprecher und einer seiner Mitarbeiter von Rost entlassen, Mitarbeiter für ihre Arbeitsweise gerüffelt. Es soll reichlich Tränen gegeben haben, heißt es. "Ich habe noch nie mit jemandem zusammengearbeitet, der kurz nach seinem Antritt sagt: Das ist alles falsch. Er wusste alles besser", erklärte Rudolph.

Nur wenige Stunden vor dem Rücktritt hatte Rost bei der Saisoneröffnungspressekonferenz einen überaus lustlosen Eindruck hinterlassen. "Gemessen am Etat müssten wir die Titel nur so reinholen", lautete seine Interpretation der Vereinsziele. "Wer mit diesem Druck nicht umgehen kann, ist im Profisport fehl am Platz." Trainer Schwalb war regelrecht pikiert, hielt sich aber mit Kritik zurück. "Er hat es etwas flapsig formuliert", meinte der HSV-Coach beinahe entschuldigend.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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