Packender Dreikampf um den Klassenerhalt

Zum Haare raufen: Axel Bellinghausen und Fortuna Düsseldorf müssen weiter zittern.   Foto: dpa
Zum Haare raufen: Axel Bellinghausen und Fortuna Düsseldorf müssen weiter zittern. Foto: dpa

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13. Mai 2013, 10:02 Uhr

Düsseldorf | Trauern und Bangen in Hoffenheim, Leiden in Düsseldorf, Hoffen in Augsburg - und fast schon ungläubiges Jubeln in Bremen: Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat sich die Situation vor dem letzten Spieltag zugespitzt. Eine Woche Nervenanspannung pur steht für die drei verbliebenen Rivalen noch an. Und dann wird einer den bitteren Gang in die 2. Bundesliga gehen müssen, einer darf oder muss in die Relegation, einer wird sich sofort retten.

Werder Bremen ist dem Abstieg am Sonnabend von der Schippe gesprungen und nahm dies nach dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt fast schon beschämt auf. Bei Trainer Thomas Schaaf gab es keine Freudensprünge, keine geballten Fäuste, nicht einmal ein Lächeln. Während seine Spieler zusammen mit den Fans zur Fußballhymne "Youll never walk alone" feierten, stand der Trainer im Mittelkreis des Weserstadions und genoss den Erfolg höchstens im Stillen.

Ob der Langzeitcoach bei Werder in seine 15. Saison gehen darf, ist offen. Aber nicht nur deshalb verspürte Schaaf keine Euphorie. "Es gibt keine Begründung, hier wie Rumpelstilzchen rumzulaufen", sagte er angefressen und fügte hinzu: "Wir haben das Spiel nicht gewonnen. Und vom Klassenerhalt bin ich immer ausgegangen, das ist für mich nichts Außergewöhnliches."

Derweil muss sich offenbar auch Schaafs Düsseldorfer Trainerkollege Norbert Meier Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen. Nach dem 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg steckte der Fortuna-Aufsichtsrat noch im VIP-Raum die Köpfe zusammen. Dass Mike Büskens gehandelt wird, ist ein offenes Geheimnis.

Klare Gedanken zu finden, ist in Düsseldorf derzeit aber ohnehin schwierig. "Sieg oder Sarg - das absolute Endspiel kommt", sagte Mittelfeldspieler Oliver Fink nach der Niederlage. Und Teamkollege Axel Bellinghausen gab die Losung für die letzte Partie in Hannover aus: "Eine Chance haben wir noch. Also Arschbacken zusammenkneifen und durch - wir schaffen das."

Während die Fortuna als Tabellen-15. in den letzten Spieltag geht, braucht Hoffenheim nicht weniger als ein Fußballwunder, wenn das Märchen vom Dorfverein in der Bundesliga nicht enden soll. Immerhin: Mäzen Dietmar Hopp sagte nach dem 1:4 gegen den Hamburger SV weiter seine Unterstützung zu. "Die TSG wird frisch angreifen", versprach der 73-Jährige.

Die chaotische Saison mit vier Trainern und drei Managern wird wohl mit dem Abstieg enden. Um das zu vermeiden, bräuchte Hoffenheim einen Auswärtssieg bei Borussia Dortmund - und zusätzliche Schützenhilfe. "Vielleicht schont der BVB ein paar Spieler für das Champions-League-Finale", sagte Mittelfeldakteur Sejad Salihovic. Und: "Jede Mannschaft ist schlagbar."

Jede, außer Bayern München. Diese Erfahrung musste der FC Augsburg beim 0:3 machen. Doch obwohl die Schwaben auf Relegationsplatz 16 stehen, gelten sie plötzlich als Favorit auf den direkten Klassenerhalt. Weil die Aufgabe, Absteiger Greuther Fürth zu Hause zu schlagen, lösbar erscheint. "Wenn wir gewinnen, bleiben wir direkt drin", sagte Verteidiger Matthias Ostrzolek. "Wir haben jetzt das Finale, das uns im Winter keiner mehr zugetraut hat", erklärte Trainer Markus Weinzierl.

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