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Beate Görtz und Till Schramm : OstseeMan 2015: Rheinischer Jubeltag an der Förde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Till Schramm beendet Christian Nitschkes Siegesserie beim OstseeMan-Triathlon in Glücksburg. Beate Görtz ist die schnellste Frau.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2015 | 08:01 Uhr

Glücksburg | Neue Champions beim Triathlonklassiker: Beate Görtz und Till Schramm sind die Sieger des 14. OstseeMan-Triathlons. Die beiden Kölner sorgten am Sonntag für rheinische Partylaune am Glücksburger Kurstrand und bereicherten die Siegerliste des Ausdauer-Dreikampfs an der Flensburger Förde um zwei neue Gesichter.

Mit viel Kampf und Moral beendete Till Schramm in 8:37:28 Stunden die Siegesserie des Rostockers Christian Nitschke. Der Streckenrekordhalter und Rekordsieger biss sich nach fünf Siegen in Folge dieses Mal in 8:54:03 Stunden als Gesamtdritter ins Ziel. Bei den Frauen imponierte die 46-jährige Beate Görtz mit einer famosen Leistung und krönte ihren ersten Start an der Küste in 9:28:24 Std. mit der zweitschnellsten Frauenzeit der OstseeMan-Geschichte.

Erneut fast 1500 Aktive und tausende Zuschauer waren bei Schleswig-Holsteins spektakulärstem Triathlon-Event auf den Beinen und zelebrierten Glücksburgs längsten Tag des Jahres. Fast 600 Einzelathleten aus ganz Europa und 300 Staffeln stellten sich der Herausforderung aus 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen bei Deutschlands einzigem Langdistanz-Wettkampf mit Schwimmstrecke im offenen Meer.

Zum Auftakt am frühen Morgen präsentierte sich die Flensburger Förde ruhig und fast wellenfrei – und bot den Triathleten so nahezu ideale Bedingungen für die erste Disziplin. Einzig die empfindlich kühlen Wassertemperaturen von 16,9 Grad machten selbst hartgesottenen Sportlern zu schaffen.

Im Rennen der Frauen ließen sich die nach dem kurzfristigen Startverzicht von Streckenrekordhalterin Nicole Woysch verbliebenen Favoritinnen Beate Görtz (ASV Köln) sowie die 2013 bereits in Glücksburg siegreiche Offenbacherin Julia Bohn allerdings nicht vom kalten Wasser verschrecken und kamen nahezu zeitgleich nach 63 Minuten aus dem Wasser.

Auf den Radrunden durch das nördliche Angeln verschärfte die bereits zwei Mal beim Ironman auf Hawaii als Altersklassen-Weltmeisterin (W40) erfolgreiche Rheinländerin das Tempo so scharf, dass die zehn Jahre jüngere Hessin nicht mehr folgen konnte. Den erradelten Vorsprung von 20 Minuten hielt Görtz auch auf der Laufstrecke und schien vorübergehend sogar den Streckenrekord von 9:22:24 Std. angreifen zu können.

Am Ende reichte es für zwar nicht ganz für eine neue Bestmarke, doch nach 9:28:24 Std. hatte die euphorisierte Siegerin noch die Energie, um unter den Klängen von „Viva Colonia“ mit Renndirektor Reinhard Husen einen Siegertanz im Zielkanal abzuhalten und sich vom begeisterten Publikum ausgiebig feiern zu lassen.

„Von der Stimmung können sich sogar die Kölner eine Scheibe abschneiden“, erklärte die Frohnatur vom Rhein und zeigte sich angetan von der Stimmung im Norden. Für Bohn blieb in 9:48:22 Std. der zweite Platz, Tina Gebhardt aus Hildesheim komplettierte nach 10:08:55 Std. die Podiumsplätze.

Den Kölner Erfolgstag an der Förde hatte der für den SV Bergisch Gladbach startende Till Schramm eröffnet. Nach zwei zweiten Plätzen in Folge gelang es dem Domstädter, beim dritten Versuch die grandiose Erfolgsserie von OstseeMan-Rekordmann Christian Nitschke zu unterbrechen.

Nach zwei Disziplinen schien in Glücksburg zunächst alles den gewohnten Lauf der vergangenen Jahre zu nehmen. Als die beim Schwimmen bereits fast Kopf an Kopf durchs Ostseewasser gekraulten Asse nach 180 Radkilometern auch kurz nacheinander zum zweiten Mal in die Wechselzone kamen, sprang Nitschke sofort in seine Laufschuhe und drehte mit flinken Schritten die ersten Runden am Wasserschloss.

Sein Kontrahent dagegen musste zunächst in der „Penalty-Box“ eine zweieinhalbminütige Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens absitzen. Doch die nach eigener Einschätzung unberechtigte Zwangspause brachte den 30-jährigen nicht aus der Ruhe. Schramm setzte zu einer furiosen Aufholjagd an und profitierte nach der Hälfte der Laufstrecke auch davon, dass sich beim fünffachen Sieger Nitschke eine Hüftverletzung wieder bemerkbar machte.

Während der Rostocker sich mit Schmerzen ins Ziel biss („Bei jedem anderen Rennen wäre ich ausgestiegen, aber für die Stimmung hier im Ziel habe ich mich gern gequält“), erfüllte sich Schramm mit der schnellsten Laufzeit des Tages einen sportlichen Traum: „Das Gefühl im Ziel ist unbeschreiblich. Ich habe trotz Zeitstrafe an meine Chance geglaubt“, beschrieb er seine Gemütslage während des langen Weges zwischen Anstrengung und Triumph.

Der Niederländer Thijs Koelen zog auf der Schlussrunde noch an Nitschke vorbei und wurde in 8:44:48 Std. Zweiter. Der Kieler Hilton Meneely kam nach 9:32:18 Std. als 15. der Gesamtwertung als schnellster Schleswig-Holsteiner ins Ziel. Christin Sprenger von den TriAs Flensburg landete als beste Athletin aus dem nördlichsten Bundesland nach 11:10:41 Std. auf dem zehnten Platz.

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