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15. Dezember 2017 | 03:56 Uhr

Neustart mit Felix Magath?

vom

Fußball-Bundesligist Hamburger SV trennt sich von Sportdirektor Arnesen / Auch Schmadtke als Nachfolger im Gespräch

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat sich nach zwei Jahren von seinem umstrittenen Sportdirektor Frank Arnesen getrennt. Der Aufsichtsrat fasste nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in einer sechsstündigen Sitzung in der Nacht zu Mittwoch den Entschluss. Die formale Trennung von dem Dänen, der vor allem wegen seiner Transferbilanz in der Kritik steht, soll zeitnah erfolgen. Arnesen besitzt noch einen Vertrag bis 2014, die Trennung von dem 56-Jährigen könnte den klammen HSV bis zu zwei Millionen Euro Abfindung kosten.

Nach seiner Rückkehr von der Abschlussreise des Profiteams sollte sich Arnesen noch gestern Abend mit Aufsichtsratschef Manfred Ertel zu einem Gespräch treffen. "Es gibt Stand jetzt nichts Offizielles zu verkünden", sagte Mediendirektor Jörn Wolf zunächst.

Als Nachfolgekandidaten werden derweil HSV-Idol Felix Magath sowie der Ex-Manager von Hannover 96, Jörg Schmadtke, gehandelt. Sympathien im Aufsichtsrat genießt auch der ehemalige HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer (Zenit St. Petersburg). Andreas Rettig, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), hat dagegen abgesagt. Er galt ursprünglich als Wunschkandidat des Bundesligisten. Doch egal, wer es am Ende wird - der Auftrag für den neuen Mann ist klar: Er soll schnellstmöglich eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen und den finanziell angeschlagenen Traditionsverein nach vierjähriger Abstinenz wieder ins internationale Geschäft führen.

Magath, der zuletzt beim VfL Wolfsburg arbeitete, könnte als Sportmanager oder Vereinschef agieren und soll bereits Interesse signalisiert haben. Im Umfeld des Clubs wird der 59-Jährige, der die Hanseaten 1983 zum Finalsieg im Europapokal der Landesmeister geschossen hatte, von vielen regelrecht als Heilsbringer verehrt. Auch Schmadtke könnte sich ein Engagement an der Elbe offenbar vorstellen. "Der HSV ist ein interessanter, großer Club, sehr traditionsreich. Da gibt es viel zu tun", sagte der ehemalige Hannoveraner.

Arnesen war das Vertrauen in der Nacht zu Mittwoch entzogen worden. Bei einer Aufsichtsratssitzung sprach sich die Mehrheit der Kontrolleure gegen den einstigen Hoffnungsträger aus. Arnesen war vor zwei Jahren als Mann mit dem magischen Auge vorgestellt worden, er sollte Toptalente an die Elbe lotsen - doch nun ist seine Mission schon wieder vorbei. Nach Informationen unserer Zeitung geht es nur noch um die Abfindungsmodalitäten.

Intern wird Arnesen zwar der Transfer von Torwart Rene Adler (zuvor Leverkusen) hoch angerechnet. Insgesamt sei die Bilanz des mit rund 1,8 Millionen Euro Jahresgage bestbezahlten Sportdirektors der Vereinshistorie aber zu schwach. An der Verpflichtung von Superstar Rafael van der Vaart war der Däne gar nicht beteiligt, zudem schaffte er es nicht, Ladenhüter wie Gojko Kacar oder Marcus Berg zu veräußern und so die Clubkasse zu entlasten.

Zuletzt hatte sich auch die Beziehung zwischen Arnesen und Trainer Thorsten Fink abgekühlt. Während der Coach vehement "punktuelle Verstärkungen" forderte, war der Sportdirektor damit beschäftigt, um seinen Job zu kämpfen. "Ich habe immer 100 Prozent für den HSV gegeben, und das werde ich auch weiter tun", wurde Arnesen noch gestern zitiert - da war die Entscheidung gegen ihn bereits gefallen.

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