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Bundesliga-Kolumne : Mut-Macher, Selbst-Mitleid, Fußball-Reise

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bayerns Niederlage lässt die Frage aufkommen: Wird es endlich wieder spannend im deutschen Fußball?

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 07:43 Uhr

Sensation: Das ist der Hoffenheimer Sieg gegen den FC Bayern in der Tat. Und das bereits am 3. Spieltag der Bundesliga. Kurz vor dem Start der Champions League geht es in München hinter den Kulissen hoch her – was den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß auf der Tribüne im beschaulichen Sinsheim deutlich anzusehen war.

Ihre Aufmerksamkeit galt auch den Trainern. Auf Seiten des Rekordmeisters geht der 58-jährige Carlo Ancelotti, der bis heute kaum ein Wort Deutsch spricht, offenbar in seine letzte Saison. Auf Seiten der TSG Hoffenheim prägt der 30-jährige Julian Nagelsmann einen anderen Trainerstil. Gegen den Ballbesitzfußball der bayerischen Weltauswahl reagierte der Außenseiter mit einer Nadelstich-Taktik. Zick, zack – schnelle Konter und aggressives Abwehrverhalten. Bayern war mit seinem Latein am Ende und hatte außer einer optischen Überlegenheit so gut wie nichts entgegenzusetzen.

Auch die Diskussion um Thomas Müller wird nach dessen erneut schwacher Leistung nicht aufhören. Hatte Ancelotti den letzten im Starensemble verbliebenen Bayern etwa nur aufgeboten, um die aktuelle Ohnmacht des Nationalspielers zu demonstrieren? Es gibt Insider aus dem Bayern-Umfeld, die zum Ausdruck bringen, dass Müller den Italiener Ancelotti überleben wird, was die jeweiligen Arbeitsverhältnisse beim FC Bayern angeht.

Was auch immer in München passieren wird: Die frühe erste Saisonniederlage dürfte ein Mutmacher für die anderen Bundesligisten sein, ein Hoffnungsschimmer. Wird es endlich wieder spannend im deutschen Fußball? Zunächst einmal aber konnte Borussia Dortmund die bayerische Schwäche nicht nutzen.

Normalität beim HSV: Es war keine Sensation, es war so zu erwarten. Bei der ersten Saisonniederlage gegen RB Leipzig mit einem überragenden Timo Werner wurden dem Hamburger SV die Grenzen aufgezeigt. Das 0:2 geht in Ordnung. Nicht in Ordnung waren dagegen die Pfiffe gegen den zuletzt auch in der Nationalelf so überzeugenden Leipziger Turbo-Stürmer. Die HSV-Fans haben es an Fairness fehlen lassen.

Und Trainer Markus Gisdol jammerte selbstmitleidig über die Einsätze seiner Nationalspieler während der Woche. Er sollte sich besser darüber freuen, dass zumindest einige seiner Profis internationalen Ansprüchen genügen.

Mit dem Nordderby zwischen Hannover 96 und dem HSV geht es am Freitag weiter. Wieder ein Livespiel für den TV-Bezahlsender Eurosport, der sein Geld nicht wert ist. Erneut gab es technische Probleme und Proteste der wenigen Kunden. Zu Recht. Die Deutsche Fußball Liga hat teure Rechte an einen stümperhaft arbeitenden Internet-Fernsehsender vergeben.

Was würde wohl der Zeitungsleser sagen, wenn er seine Print-Ausgabe mehrmals in Folge am frühen Montagmorgen nicht auf dem Frühstückstisch hat?

Wochenendfazit: Der HSV hat nicht versagt, Werder Bremen holt einen Punkt in Berlin, Hannover 96 gefällt auch beim reichen Nachbarn in Wolfsburg – allein das Hackentor von Martin Harnik war das Eintrittsgeld wert. Und Holstein Kiel mischt nach dem dritten Sieg in Folge im oberen Drittel der 2. Liga mit. Der Fußball-Norden – egal, an welchem Standort – ist derzeit einen Ausflug wert.

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