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HSV : Mama Lasogga – der Schrecken der Manager

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ohne sie läuft nichts: Die Mutter des HSV-Stars Lasogga hat in geschäftlichen Angelegenheiten das Sagen.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Hamburg | Auf der Internetseite „transfermarkt.de“ steht bei Spielerberater unter dem Namen Pierre-Michel Lasogga folgender Eintrag: „Beratung durch Familienangehörigen“. Man kennt das ja: Mesut Özil wurde erst von Vater Mustafa und dann von Bruder Mutlu vertreten. Bei HSV-Leihstürmer Lasogga ist es indes ungewöhnlicher: SIE vertritt die Interessen ihres Sohnes. Mutter Kerstin ist von Beruf Spielerberaterin. Sie ist eine schrille Erscheinung, gibt selbst Autogramme und gilt als knallharte Verhandlungspartnerin. Sportchef Oliver Kreuzer vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV versicherte jüngst mitten im Vertragspoker: „Frau Lasogga weiß, was sie will, ist aber dennoch eine sehr angenehme Gesprächspartnerin.“

In dem NDR-Kultsong „La Sogga“ (frei nach „La Bamba“) kommt sie auch vor, als „Amazone der Liga“. Interviews gibt sie fast nie. Der „Bild“ sagte sie mal: „Immer nur lieb sein, damit kommst du nicht weit.“ Die „Welt“ zitierte die 41-Jährige, die mit Ehemann Oliver Reck in Marl lebt, mal so: „Ich werde es bestimmt nicht schlechter machen als so mancher Mann.“ Und: „Martina Effenberg hat ihren Mann auch gemanagt, genau wie Bianca Illgner. Warum sollte ich das nicht auch können?“ Gleiches Kaliber: Angela Häßler und Gaby Schuster.

Optisch erinnert „die Lasogga“ mit ihrem meist platinblonden Haar – oft im Irokesen-Look – an Stefan Effenbergs aktuelle Frau. „Ich mache keinen auf Claudia Effenberg oder Brigitte Nielsen, sondern ich gehe mit der Mode und mag es bunt. Ich finde meinen Style eigentlich ziemlich normal“, meint sie dazu. Auch die Namenswahl für den Sohn ist extravagant für jemanden, der in Gladbeck bei Bottrop geboren wurde. Er heißt eigentlich mädchenhaft „Pierre-Michelle“, so steht er bis heute auf der Homepage der Uefa. „Michelle“ bedeutet im Hebräischen „Wer ist wie Gott?“ Eine rhetorische Frage.

Vom Spross stammen Sätze wie „Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, dass meine Mutter stolz auf mich sein kann“ und „Wer auf Mutti hört, macht keine Fehler!“ Und dann ist da noch das Unterarm-Tattoo des 22-Jährigen – ein Konterfei von wem wohl? Richtig: Mutter Kerstin. Es gibt ein Foto, auf dem beide vor einer besprayten Wand posieren: Auf Pierres freiem Oberkörper nur schwarze Schmiere – und Muttis Hand auf seinen Bauchmuskeln. Mit knallroten Fingernägeln.

Seit der Jugend stürmte „Lasagne“ – so sein Spitzname – unter anderem für Schalke, den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und die Berliner Hertha, von der er aktuell an den HSV ausgeliehen ist. Die Mutter ist seit Anfang 2012 offiziell seine Beraterin. Andreas Müller, der ihn zuvor mit seiner Agentur beriet, soll sie im Zwist den Laufpass gegeben haben – per SMS. Sohnemann Pierre war mit neun Toren in 13 Bundesliga-Spielen einer der Stars der Hinrunde. Und die Manager-Mama hält nun alle Trümpfe in der Hand. 

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