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Bundesliga-Kolumne : Kampf-Strategie, Schiri-Pannen, Nord-Lichter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der HSV wird das Trio auf den Abstiegsplätzen hinter sich lassen, meint Jürgen Muhl. Mit einer Kampfstrategie geht eben alles.

Hamburg | Mit allen Mitteln: Hinten dicht machen, im Mittelfeld attackieren – und vorne hilft der liebe Gott. Ein taktisches Konzept, mit dem im Abstiegskampf erfolgreich agiert werden kann. So macht es der HSV. Im Tor macht Drobny eine gute Figur, davor räumen Behrami, Westermann, Kacar und Djourou gnadenlos alles aus dem Weg, was spielerisch zum Erfolg kommen will. Dann sieht auch eine Top-Mannschaft wie Borussia Dortmund schlecht aus. Und wenn so genannte Unparteiische – wie in diesem Fall Herr Gagelmann aus Bremen – aus fünf Metern Entfernung eine Attacke des Schweizer Staatsbürgers Behrami, die selbst im Boxring einen Ausschluss zur Folge gehabt hätte, nicht mit einer Roten Karte ahnden, bleibt der wunderschönen Stadt Hamburg der Bundesliga-Fußball für weitere 50 Jahre erhalten.

Der HSV kennt sich nach mehreren schlechten Jahren inzwischen gut aus im Abstiegskampf. Dies ist der positive Aspekt einer jahrelangen Misswirtschaft. Es sieht alles danach aus, dass auch in dieser Saison drei bis vier Vereine noch einen Tick schlechter sind als der Traditionsclub aus dem Volkspark. Obwohl der HSV acht Tore weniger erzielt hat als das Trio auf den Abstiegsplätzen, spricht alles für die Hamburger in diesem Existenzkampf. Ein kurz vor dem Anpfiff auf den Platz stürmendes Eichhörnchen bereitete der sich warmspielenden Dortmunder Abwehrformation größere Kopfschmerzen als in den folgenden 90 Minuten die Sturmreihe des Gastgebers.

Josef Zinnbauers Kampfstrategie scheint aufzugehen. Diese Art von taktischer Konzeption bleibt hoffentlich nur eine Übergangslösung. Sie hilft dem HSV nur kurzfristig weiter und ist keine Zukunftsvision.

Fehler über Fehler: Nicht nur in Hamburg versagte der Schiedsrichter, mit rund 6000 Euro pro Spielleitung durchaus nicht schlecht bezahlt. Auch in Augsburg, wo Wolfsburgs Vieirinha per Roter Karte nach Notbremse gegen Tobias Werner vom Platz fliegen musste. Dazu der nicht berechtigte Foulelfmeter in Hannover, als Bayern-Star Robert Lewandowski zehn Zentimeter über der Grasnarbe zum Kopfball ansetzte – und nicht zuletzt die nicht gezückte Rote Karte für Hamburgs Valon Behrami nach einem Ellbogenschlag gegen Dortmunds Henrich Mchitarjan. Offenbar sind die Referees von den vielen Regelanweisungen derart verunsichert, dass sie die Übersicht und teilweise auch den gesunden Menschenverstand verlieren.

Hoffnung im Norden: Mit Ausnahme der beiden niedersächsischen Clubs in Hannover und Wolfsburg gab es im restlichen Fußball-Norden an diesem Wochenende Grund zur Freude. Werder Bremen hat sich aus dem Abstiegskampf verabschiedet, der HSV nimmt auch die schmutzige Seite der rettenden Spielweise an, und der FC St. Pauli hat mit dem Sieg in Braunschweig auf der Reeperbahn der Rotlicht-Szene neue Impulse verliehen. Der Norden lässt ausgerechnet das Jogi-Löw-Land hinter sich. Stuttgart und Freiburg kann nur noch ein Fußball-Wunder retten.

Wenn denn auch noch Holstein Kiel der Aufstieg in die 2. Liga gelingen sollte, weiß man in der kommenden Saison schon gar nicht mehr, wo die Reise am Wochenende hingeht. Der Terminplan geriete aus den Fugen.

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