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Sportpolitik : IOC-Wahl: Oswald wirft Bach Amtsmissbrauch vor

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Einen Tag vor der Wahl des neuen IOC-Präsidenten hat der Schweizer Kandidat Denis Oswald mit einer Frust-Attacke gegen den Favoriten Thomas Bach die ohnehin angespannte Stimmung weiter angeheizt.

Der 66 Jahre alte Jura-Professor aus Neuchâtel warf dem IOC-Vize aus Tauberbischofsheim am Rande der 125. IOC-Vollversammlung in Buenos Aires unsaubere Amtsführung vor und kritisierte ihn zudem für seine Nähe zum einflussreichen Scheich Ahmad al-Sabah (Kuwait). Bach würde seine Position benutzen, um Geschäfte mit Firmen abzuschließen, die er vertritt, sagte Oswald dem öffentlich-rechtlichen Schweizer Radiosender RTF.

«Ich möchte einen unabhängigen Kandidaten, der nicht auf bestimmte Allianzen angewiesen ist und der seine Position für nichts anderes nutzt als zum Wohle des Sports», erklärte Oswald. Im Sechskampf um das wichtigste Amt im Weltsport entscheidet das Internationale Olympische Komitee am Dienstag, wer als neunter Präsident die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge antreten wird.

Der 66 Jahre alte IOC-Spitzenfunktionär sprach in dem Beitrag zudem von «Druck, der durch Instanzen aus der deutschen Politik aufgebaut» worden sei, der «nicht ignoriert» werden könne. Seine Kandidatur wolle er aber nicht zurückziehen. «Sicherlich nicht zugunsten von Thomas Bach. Es bestehen nicht dieselben Werte», sagte Oswald.

Al-Sabah, Präsident der Vereinigung aller Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), hatte sich in einem ARD-Interview als Unterstützer von IOC-Vize Thomas Bach geoutet. Eine öffentliche Unterstützung eines Kandidaten ist aber laut Ethikregeln des IOC nicht gestattet. «Die Mitglieder müssen ihre Wahl treffen, und einige mögen die Verknüpfungen zwischen Bach und Kuwait nicht», sagte Oswald.

Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bach sei «komplett unabhängig in jeder Hinsicht. Er ist nicht abhängig von irgendwelchen Verbindungen», sagte Vesper dem Sportradio «SPORT1.fm»: «Er stellt sich zur Wahl und hofft auf Zustimmung einer Mehrheit der IOC-Mitglieder.» Bach-Sprecher Christian Klaue wollte die Oswald-Kritik zunächst nicht kommentieren.

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erstellt am 09.Sep.2013 | 15:22 Uhr

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