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Fußball-Bundesliga : HSV-Trainer Fink brüllt nach 1:5 gegen Hoffenheim

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Die Zuschauer pfiffen gellend und verließen fluchtartig das Stadion. Trainer Fink und Torhüter Adler waren nach dem 1:5 gegen Hoffenheim stinksauer über den Offenbarungseid auf dem Platz.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2013 | 12:28 Uhr

Hamburg | Kapitän Rafael van der Vaart warf bei seiner Auswechslung stinksauer die Binde aufs Spielfeld, Thorsten Fink rastete nach unbequemen Reporterfragen komplett aus. Der 1:5 (1:1)-Offenbarungseid gegen den vorjährigen Fast-Absteiger 1899 Hoffenheim und insgesamt acht Gegentore in zwei Partien zum Saisonstart trieben dem Trainer des Hamburger SV die Zornesröte ins Gesicht: "Das war Scheiße, aber ich kann nicht aufgeben." Er fühlt sich von seinen Profis im Stich gelassen.
"Nein, es lag nicht an der taktischen Ausrichtung, der Gegner war technisch besser und schneller", stellte Fink fest und brüllte los: "Ich bin nicht genervt, ich bin kampfeslustig". Auch der Niederländer van der Vaart bekam sein Fett weg: "Ich habe gehofft, dass Rafael das noch mit Erfolg rumreißen kann." Konnte er nicht. Das Elfmetertor (44.) des Regisseurs nach Handspiel war zu wenig.

Nichts von neuem Geist zu spüren

Vielleicht hatte Fink vor der Partie den Mund zu voll genommen, als er davon sprach, in der Mannschaft einen neuen Geist ausgemacht zu haben. Denn von dem war am Samstag überhaupt nichts mehr zu spüren.
"Das ist eine Demontage", befand René Adler, der sich lange gegen das Debakel wehrte, beim fünften Tor aber selbst die Waffen streckte. "Das ist absolut katastrophal, da kann man die schlimmsten Adjektive nehmen für das, was wir gezeigt haben", sagte der fast verzweifelt wirkende Nationaltorhüter: "Wir haben im Kollektiv versagt. Das tut mir leid, die Fans zahlen für so eine Scheiße auch noch Geld." Mit solch einer Abwehrleistung gewinne man kein Bundesliga-Spiel.

Überforderte Innenverteidigung

Die Innenverteidigung mit Heiko Westermann und Lasse Sobiech war schlichtweg überfordert. Die beiden sahen auch deshalb besonders schlecht aus, weil sie von ihren Vorderleuten im Stich gelassen wurden.
Derart eingeladen zog das Team von Markus Gisdol an dessen 44. Geburtstag ein feines Konterspiel auf, bei dem der Brasilianer Roberto Firmino (5./77. Minute) mit drei Vorlagen und zwei Toren Mann des Tages wurde. Der französische Neuzugang Anthony Modeste (67./74.) schoss sich mit nun drei Treffern an die Spitze der Torjägerliste. Und auch Kevin Volland (50.), dem in der Vorwoche gegen Nürnberg ein regulärer Treffer nicht anerkannt worden war, trug sich am Tag des offenen Tores in Hamburg in die Schützenliste ein.

"Wir hatten Vorgaben - dann machte jeder, was er wollte"

Trotz des Debakels wollte der neue HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer nicht zu hart mit den Verlierern ins Gericht gehen. "Auf Schalke hat man gesehen, was die Mannschaft leisten kann. Da müssen wir den Hebel ansetzen." Anscheinend ist seine Kabinenpredigt nach der 0:4-Blamage im Flutopferspiel vor zweieinhalb Wochen bei Dynamo Dresden schnell verpufft. "Wir hatten Vorgaben, aber dann machte jeder, was er wollte", berichtete Westermann.
Viel zu wenig gewonnene Zweikämpfe, eklatante Abwehrfehler und Angst in der Vorwärtsbewegung waren die Gründe für die von immer lauter werdenden Pfiffen begleitete Niederlage gegen spielfreudige Hoffenheimer. "Jetzt fahren wir nach Berlin, wo uns eine Mannschaft erwartet, die auch gewillt ist, uns aus dem Stadion zu schießen", meinte Adler mit Blick auf den kommenden Gegner. Selbstbewusstsein hört sich anders an.

"Verstärkung kann man nur holen, wenn man Geld hat"

Müssten Fink und Kreuzer nicht dringend nachverpflichten? "Verstärkung kann man nur holen, wenn man Geld hat", lautete die nüchterne Antwort des desillusionierten Übungsleiters. Wie in der Vorsaison kommt nach einem passablen Auftritt stets die Ernüchterung.
"Die Mannschaft lässt mich seit eindreiviertel Jahren nicht einmal zwei bis drei Spieltage durchatmen." Doch statt Straftraining gab Fink erstmal zwei Tage frei.

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