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Bundesliga-Kolumne : HSV-Irrtum, Schon-Frist, Abstiegs-Trainer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ist Zinnbauer die Bundesliga eine Nummer zu groß? Nach dem HSV-Debakel gegen Hertha ist in Hamburg die Nervosität eingezogen.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2015 | 09:01 Uhr

Nervosität: Aufregung in Hamburg. Die Diskussionen um Josef Zinnbauer, der lieber mit Joe angesprochen werden möchte, hatten bis Sonntagabend an Dramatik zugenommen. Was nicht überrascht, was so kommen musste. Worte von gestern zählen nicht mehr. „Wir ziehen das mit Zinnbauer bis zum Saisonende durch“, hieß es nach dem glücklichen Punktgewinn gegen Dortmund vor drei Wochen in der HSV-Chefetage. Diese Prognose hätte man sich sparen können. Sie stand auf ähnlich wackeligen Beinen wie fast alle Profis in dieser stümperhaft agierenden Hamburger Mannschaft.

Anschließend ging es schnell: Nach den Pleiten in Hoffenheim und am Freitag gegen Hertha BSC war der Vertrauensbonus aufgebraucht. Nervosität ist in den Volkspark eingezogen. Zinnbauer soll wieder die U23-Regionalliga-Mannschaft übernehmen, wurde gestern kolportiert. Regionalliga, dies mag der rechte Platz für Zinnbauer sein, für den die Bundesliga drei Nummern zu groß ist. Was man beim HSV hätte wissen müssen.

Als Milliardär und HSV-Gönner Klaus-Michael Kühne im September die Anweisung gab, Mirko Slomka schon nach drei Spielen an die frische Hamburger Luft zu setzen, sollte ausgerechnet dieser mit Fußball-Weisheiten spärlich ausgestattete Zinnbauer den sportlich wie finanziell angeschlagenen Hamburger SV in eine bessere Zukunft führen. Welch ein fataler Irrtum. Die Führungsebene mit Dietmar Beiersdorfer, Peter Knäbel und dem aus Hoffenheim mit großen Hoffnungen geholten Bernhard Peters hat fahrlässig gehandelt. Beim HSV ist nichts besser geworden, gar nichts. Jetzt setzt sich Knäbel auf die Bank. Wahrscheinlich gibt es dafür noch ein paar Euro extra.

Auf Bewährung: Es war zu Beginn der Rückrunde, als Hannovers Präsident Martin Kind in den höchsten Tönen von seinem Trainer schwärmte. 96 werde noch sehr viel Spaß mit Tayfun Korkut haben, blickte der kantige Kind hoffnungsfroh und selbstsicher in die Zukunft der „Roten“. Nach zehn sieglosen Spielen in Folge geht es nicht mehr um die ferne Zukunft, sondern nur noch um heute und morgen. Korkut darf vorerst weitermachen – wie auch Manager Dirk Dufner, der ebenso wie der Trainer nicht mehr das volle Vertrauen von Kind genießt. Die Schonfrist aber ist nicht lang. Noch eine Niederlage, und Korkut kann seine Koffer packen. Auch Hannover 96 fehlen die personellen Alternativen, ähnlich wie beim Nachbarn in Hamburg. Korkut hatte bei 96 Mirko Slomka abgelöst – wie auch Zinnbauer beim HSV. In beiden Fällen war die Entlassung von Slomka der falsche Weg.

Es geht auch anders: Der VfB Stuttgart hält an dem knorrigen Huub Stevens fest. Nach dem Sieg gegen Frankfurt haben die Schwaben wieder Anschluss gefunden. Wie auch der SC Freiburg. Bei den Breisgauern, die sich seit Jahren im Abstiegskampf gut auskennen, gab und gibt es keine Diskussionen um Christian Streich. Der bleibt, ob 1. oder 2. Liga. Gegen beide Clubs muss der HSV noch antreten. Ruhe in der Trainerfrage hat im Kampf um den Klassenerhalt schon häufig eine entscheidende Rolle gespielt.

Ach ja, da war doch noch was. Zweite Niederlage der Bayern. Irgendwie macht diese Bundesliga doch so richtig Spaß.

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