HSV-Aufsichtsrat will Sammer

Gibt er schon bald beim HSV die Richtung vor? Matthias Sammer. Foto: getty
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Gibt er schon bald beim HSV die Richtung vor? Matthias Sammer. Foto: getty

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19. Januar 2011, 11:31 Uhr

Hamburg | Beim Hamburger SV rückt die große Lösung immer näher. Der neuformierte Aufsichtsrat des früheren Europapokalsiegers hat sich für Matthias Sammer als neuen Sportdirektor ausgesprochen. "Der Aufsichtsrat ist voll überzeugt von ihm und der Art und Weise, wie er Fußball lebt. Der HSV will ihm ein Angebot machen, dann muss er sehen, ob er beim DFB rauskommt", sagte Alexander Otto, der stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende, nach der konstituierenden Sitzung.

Sammer, der seit dem 1. April 2006 Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist, soll beim HSV der neue starke Mann werden. Allerdings hat der 43-Jährige beim DFB noch einen Vertrag bis 2013. DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte einen Wechsel Sammers zum HSV aber zuvor schon nicht kategorisch ausgeschlossen und die Spekulationen um einen baldigen Abschied vom DFB weiter genährt. "Wenn es das Hamburger Angebot wirklich gibt, ist es sicherlich ernst zu nehmen. Ich bin gespannt, wie Matthias Sammer darauf reagieren wird", sagte Zwanziger. Allerdings betonte der Verbands-Boss zugleich, dass er noch kein entsprechendes Gespräch mit Sammer geführt habe.

Der Sportdirektor des DFB wird seit Tagen mit den Hamburgern in Verbindung gebracht und soll beim HSV das vermeintliche Kompetenz-Vakuum im sportlichen Bereich füllen. Im Falle einer Einigung mit den Hanseaten würde Sammer auch in den Vorstand des Bundesligasiebten rücken. Beim DFB hatte der ehemalige Dortmunder Meistertrainer im Vorjahr bei einem Kompetenzgerangel mit Bundestrainer Joachim Löw über die Zuständigkeit für die U 21 nach einem Machtwort von Zwanziger den Kürzeren gezogen. Dennoch war von Sammer noch zu Jahresbeginn ein Bekenntnis zum DFB zu hören.

Eine Verpflichtung Sammers würde den Hamburgern fraglos gut zu Gesicht stehen. Der derzeitige Sportchef Bastian Reinhardt ist seit seinem Amtsantritt im vergangenen Mai nicht unumstritten und verfügt noch nicht über das Profil eines starken Mannes. Sammer könnte diese Rolle hingegen problemlos übernehmen und mit seiner großen sportlichen Kompetenz paaren. Auch für den zuletzt stark in die Kritik geratenen HSV-Chef Bernd Hoffmann, der sich vor dem derzeitigen Flirt mit dem renommierten Wunschkandiaten, bereits vergeblich um eine Rückkehr Günter Netzers zu den Hamburgern bemüht hatte, wäre ein Enagement Sammers ein wichtiger Erfolg. Hoffmanns Chancen auf die Verlängerung seines am 31. Dezember auslaufenden Vertrages würden sich angesichts eines solchen Coups wohl sprunghaft erhöhen.

Die Thematik Sammer scheint Vorrang zu genießen. Billig dürfte die Verpflichtung des potenziellen neuen Managers jedoch nicht werden. Angeblich soll Sammer im Falle einer Einigung mit einem Jahressalär von 2,5 Millionen Euro zum Top-Verdiener im Vorstand werden. Ob der DFB-Sportdirektor bei seinem Amtsantritt wie zuletzt spekuliert HSV-Ikone Horst Hrubesch in verantwortlicher Funkion als Trainer oder Nachwuchskoordinator mitbringen würde, scheint derweil fraglich. "Ich weiß von nichts", sagte der DFB-Juniorencoach und spottete über die Gerüchte: "Das ist alles so spannend. Ich habe über die Medien sogar schon mein Gehalt beim HSV erfahren. Meine Zukunft ist gesichert."

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