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18. Oktober 2017 | 06:06 Uhr

Holstein und die Pleite-Liga

vom

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Wenn Punkte und Tore nicht mehr zählen, hat der Fußball verloren. In der Regionalliga Nord spielt der Ball nur noch eine Nebenrolle. Es begann mit dem VfB Lübeck, der in die Insolvenz ging und dessen Begegnungen, wenn sie denn der Gegner auch spielen will, nur noch Freundschaftscharakter besitzen. Die bis zur Pleite ausgetragenen Spiele zählen nicht mehr. So hatte zum Beispiel der VfR Neumünster zweimal gegen Lübeck gewonnen, was letztlich aber für die Katz war. Und wer gegen die Lohmühlen-Truppe das Nachsehen hatte, hat irgendwie doch noch gewonnen. Welch eine verrückte und auch ungerechte unsportliche Konstellation.

Als reiche all dies nicht aus, um von einer Pleite- oder auch Operettenliga zu sprechen, verlängert die Dramaturgie zwei Spieltage vor Saisonschluss das unwürdige Spiel. Ein Gläubiger hat Insolvenzantrag für den Bremer Vorstadtclub FC Oberneuland gestellt. Angeblich schon Mitte März, wovon die Clubverantwortlichen nichts wissen wollen. Nach geltendem Recht des Norddeutschen Fußballverbandes sind Holstein Kiels zwei Siege über die Bremer nichts mehr wird. Verfolger TSV Havelse, der nur einen Punkt in zwei Spielen gegen Oberneuland geholt hat, würde damit an Holstein vorbeiziehen. Morgen steht das Spiel zwischen Kiel und Havelse an. Gewinnen die Hannoveraner die Partie, wären sie aufgestiegen und Holstein ginge leer aus. Kaum zu glauben, bereiten sich die Kieler Störche doch bereits auf die zwei Aufstiegsspiele gegen Hessen Kassel vor. Alles ist unglaublich. Der Verband will heute eine Entscheidung treffen. Wie auch immer sie ausfallen wird, einer der beiden Aufstiegsaspiranten wird wohl klagen.

Diese Regionalliga ist ein Witz. Dass der Verband Aufsteigern dazu noch teure Bedingungen stellt, um in dieser Liga spielen zu dürfen, entbehrt jeder Grundlage. Irgendwelche Funktionärs-Amateure haben sich diese tote Liga ausgedacht.

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