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DFB-Pokal 2015/2016 : Holstein Kiel und VFB Lübeck: Schleswig-Holstein in der David-Rolle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

DFB-Pokal, 1. Runde: Holstein Kiel und der VfB Lübeck gehen jeweils als klarer Außenseiter in die Partien gegen Stuttgart und Paderborn.

Das Fußball-Wochenende steht ganz im Zeichen der Kämpfe David gegen Goliath. In der gestern Abend eröffneten 1. Hauptrunde des DFB-Pokals finden sich auch die beiden schleswig-holsteinischen Aushängeschilder in der Rolle des David wieder. Drittligist Holstein Kiel empfängt am Samstag (20.30 Uhr) den Erstligisten VfB Stuttgart. Landespokalsieger VfB Lübeck tritt am Sonntag auf der Lohmühle gegen den Bundesliga-Absteiger SC Paderborn an (16 Uhr).

Die Schwere der Aufgabe für Holstein Kiel wird dabei schon in einem Satz des Trainers deutlich. „Wir müssen es besser machen als Manchester City“, sagte Karsten Neitzel, nachdem die Schwaben im letzten Test eben jenes englische Starensemble in seine Einzelteile zerlegt hatten und nach einer 4:0-Pausenführung schließlich mit 4:2 gewannen. Die „Störche“, durch das 2:0 in Halle zuletzt wieder auf dem Weg zu alter Stabilität, empfinden dabei „Respekt und Vorfreude“. Neitzel freut sich vor allem auf die Begegnung mit dem neuen VfB-Trainer Alexander Zorniger. „Ich finde es richtig toll, was er macht“, sagte der Holstein-Coach.

Der spezielle Spielstil, den Zorniger zuvor schon in Großaspach und Leipzig erfolgreich umsetzte, stellt die Kieler vor Herausforderungen. „Wir müssen sehen, wie wir dem extremen Pressing aus dem Weg gehen“, erklärte Neitzel. „Es erwartet uns richtige Wucht.“ Angst vor den unermüdlichen Stuttgarter Balljägern hat er jedoch nicht. „Wir müssen das immer mal wieder zum Vorteil für uns machen“, forderte der 47-Jährige. „Lösungsmöglichkeiten finden, sich schnell befreien. Wenn das unter Druck gelingt, ergeben sich nämlich auch Räume.“

Schwachpunkte mochte Neitzel in der VfB-Elf nicht sehen, forderte jedoch von seinen Spielern, speziell die gegnerische Innenverteidigung (ohne Nationalspieler Antonio Rüdiger) unter Druck zu setzen – schließlich ist Holsteins Spielweise grundsätzlich der Stuttgarter nicht ganz unähnlich.

Bei den Kielern werden vor 9500 Zuschauern im bereits ausverkauften Holstein-Stadion mit Torwart Kenneth Kronholm, Milad Salem, Evans Nyarko, dem Ex-Stuttgarter Manuel Janzer und möglicherweise auch Routinier Patrick Kohlmann mehrere Leistungsträger fehlen. Doch auch der VfB kommt nicht sorgenfrei. Der Ausfall des Ivorers Serey Dié wiegt nach Ansicht des neuen VfB-Trainers schwer. „Serey ist der, der mit jeder Faser die Bequemlichkeit aus der Truppe jagt“, betonte Zorniger. Sein Gegenüber dürfte das erleichtert zur Kenntnis nehmen. „Gegen den möchte ich nicht Fußball spielen“, sagte Neitzel über Dié, der von Carlos Gruezo oder Lukas Rupp ersetzt werden soll.

Regionalligist VfB Lübeck ist derweil in ähnlich klarer Außenseiterrolle gegen den SC Paderborn. Auf der Lohmühle werden etwa 6000 Zuschauer erwartet. „Paderborn ist klarer Favorit. Man muss erwarten, dass jeder einzelne Spieler besser ist als bei uns“, sagte Trainer Denny Skwierczynski und sieht deshalb nur die klassische Chance eines Underdogs: „Wir müssen einen besonderen Tag erwischen. Dass das möglich ist, sieht man aber auch Jahr für Jahr, wenn immer mal ein Team eine solche Überraschung schafft.“

Der VfB-Coach hat alle 25 Mann seines Kaders an Bord und damit die Qual der Wahl. Für die Grün-Weißen ist es übrigens der erste bundesweite Auftritt seit der Insolvenz im Dezember 2012. „Die Vorfreude ist spürbar“, sagte Skwierczynski, unter dessen Regie es seitdem in kleinen Schritten stetig voran ging.

Sowohl in Kiel als auch in Lübeck sind die Erinnerungen an Pokalerfolge noch lebhaft vorhanden. Holstein verlor 2011/12 erst im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund, der VfB warf zwei Jahre zuvor die drei Klassen höher spielenden Mainzer aus dem Wettbewerb. Gelingt einem von beiden am Wochenende ein ähnlicher Coup?

 

shz.de bietet einen Liveticker des Spiels Holstein Kiel-VFB Stuttgart an.

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erstellt am 08.Aug.2015 | 08:55 Uhr

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