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Sportpolitik : Hörmann fast am Ziel: Auch Länder für DOSB-Kandidat

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Der Weg für Skiverbandschef Alfons Hörmann an die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist frei. Auch einflussreiche Vertreter der Landessportbünde signalisierten am Donnerstag ihre Unterstützung für den erklärten Kandidaten der Spitzenverbände.

«Ich kenne ihn aus vielen persönlichen Begegnungen. Ich halte von Alfons Hörmann als Kandidaten sehr viel. Er ist äußerst kompetent und rhetorisch sehr stark», sagte Walter Schneeloch, Präsident des größten deutschen Landessportbunds Nordrhein-Westfalen.

Schneeloch hatte im September noch selbst Ambitionen auf die Nachfolge des zum IOC-Präsidenten gewählten Thomas Bach geäußert. Jetzt sagte er jedoch der Nachrichtenagentur dpa über Hörmann: «Wir begrüßen die Lösung sehr und wären erfreut, wenn sich die Mitgliederversammlung auf ihn verständigen könnte.»

Auch in Bayern hält man Hörmann für eine «sehr gute Wahl». Er werde ihn beim Treffen der Landessportchefs am 25. und 26. Oktober in Hamburg empfehlen, sagte Günther Lommer, Chef des Bayerischen Landes- Sportverbandes. «Ich kenne ihn persönlich und schätze ihn. Seine Leistungen im deutschen Skiverband sprechen eine eindeutige Sprache.»

Der 53 Jahre alte Hörmann war am Mittwoch von den einflussreichen Spitzenverbänden zum Kandidaten auf das Präsidentenamt im DOSB ausgerufen worden. Offiziell wollten die Vertreter der großen deutschen Fachsportverbände dieses Votum nur als Vorschlag an die beiden anderen Fraktionen innerhalb des DOSB (Landessportbünde und Verbände für besondere Aufgaben) verstanden wissen. Faktisch ist dem Präsidenten des Deutschen Skiverbandes der Wahlerfolg aber kaum noch zu nehmen, weil die Spitzenverbände bei der Mitgliederversammlung des DOSB am 7. Dezember in Wiesbaden die Mehrheit der Stimmen haben.

Entsprechend zwiespältig fiel die Reaktion von Rolf Müller aus, dem Präsidenten des Landessportbunds Hessen. Er will die Wahl Hörmanns zwar nicht verhindern, aber auch nicht kritiklos durchwinken. «Wir werden gefragt, aber wir sind nicht gefragt», sagte Müller über die Rolle der Landessportbünde. «Uns zu fragen, wie wir zu Herrn Hörmann stehen, ist ein Akt der Höflichkeit, aber am Ende wird es auf uns nicht ankommen.» Dass sich die Spitzenverbände auf den Unternehmer aus dem Allgäu verständigt haben, nannte Müller «absolut logisch. Er war der Wunschkandidat von Herrn Brechtken (Sprecher der Spitzenverbände), Herrn Vesper (DOSB-Generalsekretär) und Herrn Bach. Es war ganz klar, dass Herr Hörmann es wird».

Müller geht fest davon aus, dass der designierte DOSB-Chef seine Amtszeit dazu nutzen wird, «um in absehbarer Zeit einen bezahlten Präsidenten» an der Spitze der Dachorganisation des deutschen Sports einzuführen. Ansonsten verband der hessische LSB-Chef seine Erwartungen an Hörmann mit einer Spitze gegen das neue IOC-Oberhaupt Bach: «Ich möchte einen Präsidenten, der sich um die Belange des DOSB und nicht um seine eigenen internationalen Ambitionen kümmert.»

Der bisherige DOSB-Chef Bach war am 10. September als erster Deutscher zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden. Zu seiner Nachfolge-Regelung wollte er sich nicht äußern.

Hörmann selbst will sich den Landessportbünden am 25./26. Oktober vorstellen. Rein rechnerisch benötigt er deren Stimmen nicht. Aber gegenüber dem «Sky Sport News» sagte der Unternehmer trotzdem: «Wenn es nicht so ist, dass man in allen Bereichen eines Verbands Unterstützung erfährt, dann wird es schwer, so ein Amt auszuüben.»

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erstellt am 17.Okt.2013 | 16:18 Uhr

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