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Hoeneß wehrt sich gegen "absurde Unwahrheiten"

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Steueraffäre: Bayern-Präsident dementiert Medienbericht und kündigt rechtliche Schritte an

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

München | Uli Hoeneß ist der Kragen geplatzt: In einem Rundumschlag hat der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Präsident des deutschen Fußballrekordmeisters FC Bayern München Berichte über dreistellige Millionenbeträge auf einem auf seinen Namen laufenden Schweizer Konto scharf zurückgewiesen. "Das sind ungeheuerliche Unterstellungen, die lasse ich mir nicht mehr bieten. Ich habe meinen Anwalt beauftragt, gegen diesen Wahnsinn vorzugehen, eine Verleumdungsklage einzuleiten, um diese Dinge in Ordnung zu bringen", sagte Hoeneß und betitelte entsprechende Veröffentlichungen des Hamburger Nachrichtenmagazins "stern" als "absurde Unwahrheiten".

Nachdem der 61-Jährige bislang zu Details seiner im Frühjahr bekannt gewordenen Steueraffäre geschwiegen hatte, legte Hoeneß gestern umringt von mehreren Kamerateams und Journalisten los: "Diese Dinge werden nicht wahrer, wenn sie wiederholt werden. Ich habe mir vorgenommen, jetzt dagegen vorzugehen. Ich werde mich mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Ich gehe in die Offensive." Manchmal habe er das Gefühl, dass jeder meine, ihn verfolgen zu können, erklärte Hoeneß weiter und versprach: "Das werde ich mir in Zukunft nicht mehr gefallen lassen."

Das Nachrichtenmagazin "stern" wollte sich zu den Aussagen von Hoeneß nicht äußern. "Wir sagen dazu nichts mehr", teilte eine Sprecherin lediglich mit. Das Hamburger Blatt hatte zuvor berichtet, dass sich auf fraglichem Depotkonto einer Schweizer Privatbank in den Jahren vor 2008 durchgehend Werte von mehr als 500 Millionen Schweizer Franken - nach heutigem Kurs umgerechnet gut 400 Millionen Euro - befunden haben sollen. Das habe ein namentlich nicht genannter Hinweisgeber über seinen Anwalt bei der Münchner Staatsanwaltschaft ausgesagt. Außerdem sollen Angaben zu angeblichen Aktiengeschäften und Transaktionen auf Nummernkonten bei drei weiteren Schweizer Banken, die im Fall Hoeneß eine Rolle spielen, gemacht worden sein. Die Hinweise wurden an die Ermittlungbehörden weitergeleitet. Wie stichhaltig die Angaben sind, soll dort geprüft werden.

Die Staatsanwaltschaft München II hatte in der vergangenen Woche nach monatelangen Ermittlungen Anklage gegen den Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Bayern erhoben. Die 5. Strafkammer des Landgerichts München II will bis Ende September über eine Zulassung der Anklage und die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen Hoeneß entscheiden.

Hoeneß hatte Anfang 2013 beim Finanzamt Selbstanzeige wegen eines nicht ordnungsgemäß deklarierten Schweizer Kontos erstattet. Bislang war die Rede von einer Steuerschuld in Höhe von 3,2 Millionen Euro, von der ein Großteil bereits verjährt sein könnte.

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