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Hockey-Herren unter Druck - Damen fast schon weiter

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Antwerpen (dpa) - Nach der ersten Auftaktpleite bei einer Europameisterschaft seit 1995 stehen die erfolgsverwöhnten deutschen Hockey-Herren schwer unter Druck - und ihr Coach findet es gut!

«Nun sind wir gegen Spanien in der Situation, gewinnen zu müssen, aber das ist nicht schlimm. Wir sind ja nicht zu dieser EM gefahren, um Spiele zu verlieren», betonte Bundestrainer Markus Weise nach dem 1:2 (1:2) gegen Belgien. Um nicht erstmals bei einer EURO den Halbfinal-Einzug zu verpassen, sind für den Olympiasieger wohl zwei Siege über Spanien am Montag und Außenseiter Tschechien (Mittwoch) nötig.

Die deutschen Damen können dagegen fast schon für das Semifinale planen. Die stark verjüngte Auswahl von Trainer Jamilon Mülders ließ der 1:0-Pflicht zum Auftakt über Schottland am Sonntag ein 2:1 (1:1) über die starken Engländerinnen folgen. Die Hamburgerin Marie Mävers traf doppelt für die EM-Zweiten von 2011, denen am Dienstag gegen Spanien ein Punkt zum Weiterkommen reicht.

«Ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie wächst an ihren Aufgaben. Wir haben nun zwei Siege und sind im Turnier drin. Klasse», lobte Mülders, dessen Team den knappen, aber verdienten Vorsprung «mit Leidenschaft verteidigt» habe. Beim vermeintlichen 2:2 forderten die Deutschen den Videobeweis an und bekamen Recht - irregulär erzielt. Den Rest erledigte in Kim Platten der überragende Rückhalt im Tor.

Herren-Coach Weise weiß nur zu gut, dass es sein Team wie kaum ein anderes versteht, schnell aus Fehlern die richtigen Lehren zu ziehen. «Aus dem Belgien-Spiel können wir ganz viel herausziehen, und das werden die Jungs auch tun», glaubt auch Co-Trainer Stefan Kermas. Zumal Weises Mannen immer dann am stärksten sind, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen. 2012 in London kassierten sie gegen «Oranje» ihre erste Niederlage bei Olympischen Spielen unter Weise. Danach bezwangen sie im Halbfinale Top-Favorit Australien und revanchierten sich im Finale an den Niederlanden - Olympiasieg. Wie 2008, als sie erst über die Ausscheidung nach Peking gelangten - und Gold holten.

Schon bei der EM 2007 verpassten die seither aufstrebenden Belgier dem sieggewohnten EM-Rekordchampion Deutschland im Spiel um Rang drei eine 3:4-Niederlage - das schlechteste Abschneiden bei einer EURO war perfekt. In diesem Jahr sind die «Red Lions» vor eigenem Publikum ein «ernsthafter Titelkandidat», wie Weise schon nach der 0:5-Packung bei der Generalprobe vor 14 Tagen befand. Umso mehr wurmte ihn, dass sein Team im Beisein des belgischen Königs Philippe vor 8000 begeisterten Fans erneut und nicht unverdient den Kürzeren zog. Mats Grambuschs Führung drehte Tom Boon mit zwei Strafeckentoren zugunsten Belgiens.

«Die waren heiß wie Frittenfett und haben ihren Heimvorteil gut genutzt. «Wir müssen 10 bis 15 Prozent drauflegen», forderte Weise, der Niederlagen hasst. Obwohl seine Asse bei der World League im Juli mit dem WM-Ticket für Den Haag 2014 das oberste Jahresziel erfüllt haben und der EM-Titel dadurch keine Pflicht ist, zählt in Boom bei Antwerpen nur die Titelverteidigung, sagte der Hamburger Oliver Korn: «Es geht um den drittwichtigsten internationalen Titel. Wer sich da nicht motivieren kann, sollte das deutsche Trikot nicht tragen.»

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erstellt am 18.Aug.2013 | 04:44 Uhr

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