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Hockey : Hockey-Damen sind «einfach sensationell»

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Die Hockey-Welt staunt über ein neues deutsches Fräulein-Wunder. Nach dem Tiefpunkt mit Platz sieben bei den Olympischen Spielen 2012 in London hat Trainer-Aufsteiger Jamilon Mülders den Damen des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) eine neue Philosophie und Siegermentalität eingehaucht.

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erstellt am 25.Aug.2013 | 11:00 Uhr

Auf diese Weise sicherte sich das von Mülders neu formierte und verjüngte Team im Juni bei der World League das WM-Ticket für 2014 und nun in Boom als Zugabe den zweiten EM-Titel nach 2007. In beiden Top-Turnieren blieb man dazu unter der neuen Führung unbesiegt!

«Einfach sensationell», sagte Rekord-Nationalspielerin Natascha Keller nach dem 2:0-Endspielsieg im Penaltyschießen über England zu den kaum für möglich gehaltenen Auftritten ihrer Nachfolgerinnen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 4:4 (4:3) gestanden, im Nervenkrimi trafen Maike Stöckel und Jana Teschke.

Mülders machte dabei alles richtig, denn zwei von ihm zurückgeholte Damen spielten sofort tragende Rollen: Abwehrchefin Tina Bachmann wurde zur besten EM-Spielerin gewählt, Stürmerin Eileen Hoffmann war mit vier Toren beste DHB-Schützin. Zudem wiesen gleich mehrere vom Coach dazugeholte Youngster Anlagen für eine rosige Zukunft nach.

Herausragender Rückhalt war allerdings Kim Platten. Die 24 Jahre alte Torfrau überzeugte vollends - und glänzte im Penaltyschießen. Im Halbfinale gegen Belgien und im Endspiel gegen England (jeweils 2:0) brachte sie das Kunststück fertig, die Shootouts ohne Gegentor zu überstehen. Beide Male wehrte sie im Nervenspiel drei Schüsse ab, je einmal schossen die Gegnerinnen vor Schreck vorbei. «Es ist alles wie im Rausch, ich kann gerade gar nichts erklären», stammelte sie.

«Penaltyschießen ist immer ein Lotterie-Spiel, aber Kim hat das Sahnehäubchen auf einen sehr schönen Kuchen gesetzt. Wir haben einige Typen im Team, die über sich hinauswachsen können, wenn man ihnen Vertrauen schenkt», meinte Mülders zufrieden. Er hätte sich selbst auf die Schulter klopfen können, denn er ist Vater des Erfolgs. Ähnlich konsequent wie Markus Weise beim «Flaggschiff» Herren-Team geht der Neue bei den Damen seinen Weg. Knallhart und damit ganz anders als sein zuletzt glückloser Vorgänger Michael Behrmann, der vielen als zu weich galt. Mülders vertraut, greift aber «um des Erfolgs willen» auch konsequent durch. Und er lebt Selbstvertrauen vor. Für ihn sei «nur die Höhe des Sieges» offen gewesen, behauptete er nach dem Finale kess. Tina Bachmann führt den Aufschwung auf den neuen Geist zurück: Das Team traut sich etwas, agiert selbstbewusst - und wird belohnt. «Das zeigt, dass wir nicht auf dem Holzweg sind.»

Auch nach zweimaligem Rückstand kamen sie zurück. «Wir haben verinnerlicht, dass wir immer weitermachen. Was bei den Herren seit Jahren normal ist, wächst bei uns nun als zartes Pflänzchen», sagte Mülders. Und meinte das Sieger-Gen. Zwar muss er ohne Asse wie Fanny Rinne, Keller & Co. auskommen, doch das bietet nachrückenden Talenten Bewährungschancen. Das Ziel ist klar: Den hoffnungsvollen Kader Richtung WM 2014 und Olympia 2016 weiter zu entwickeln.

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